
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen.
Frankfurter Rundschau
Das Haus der Frau von Stein wird erhalten bleiben. Das ist ja schon mal was. Viel Geschrei hatte es ja in den letzten Tagen im Feuilleton geben, weil die Stadt Weimar die Immobilie an einen spanischen Investor verkaufen will. Der nun will da ein Dalí-Museum errichten: „Dabei soll unter dem Mantel Dalí-Museum ein dubioser Kunsthandel eingerichtet werden“, so der Thüringer Allgemeine Stiftungspräsident Hellmut Seemann. Der wird es ja wissen.
Die Rechte an John Steinbecks Werk sind auch 40 Jahre nach seinem Tod noch nicht so ganz klar. Ein Berufungsgericht in New York sprach jetzt den Erben seiner zweiten Frau und Penguin die Veröffentlichungsrechte wieder zu.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die FAZ feiert Frankfurts Hauptbahnhof (vor 120 Jahren eröffnet) als einen Palast der Moderne – und hin und wieder spielt er ja auch in Büchern eine Rolle.
Auch hier der Weimarer Streit ums Stein-Haus: „Es gibt ein schönes Foto des Surrealisten Dalí, auf dem er die Kopfbedeckung eines Toreros trägt, als wäre es eine Narrenkappe. Man sollte Bild und Kappe schon heute in Weimar verteilen.“ Hören wir da ein wenig Kritik raus?
„In den Vereinigten Staaten von Afrika“ – das klingt nicht nach einem Romantitel, ist aber einer. Er stammt von Abdourahman A. Waberi und ist auf Deutsch bei der Edition Nautilus erschienen. Sabine Berking rezensiert unter dem Titel „Stammeskriege in der Schweiz“. Aber: Irgendwie, meint die Rezensentin, trifft der Autor nicht den rechten Ton.
„Nase für Neuigkeiten. Vermischte Nachrichten von James Joyce“ haben Hanns Zischler und Sara Danius ihr Buch (Zsolnay) genannt – herausgekommen ist ein „Porträt des Künstlers als produktiver Zeitungsleser“, meint Tobias Döring.
Annotationen
Jacques Chessex „Der Vampir von Ropraz“ (Nagel & Kimche) und Hjalmar Söderberg „Das ernsthafte Spiel“ (Piper).
Neue Sachbücher
„Als Anitphilosoph ist Niklas Luhmann nicht der beste Gewährsmann, wenn es um Fragen der Moral geht“, findet Otfried Höffe in seiner „Kein Denker für alle Jahreszeiten“ betitelten Rezension von Niklas Luhmann „Die Moral der Gesellschaft“ (Suhrkamp).
John Webbs „Das Zeitalter des Irrationalen. Politik, Kultur und Okkultismus im 20. Jahrhundert“ (marixverlag) scheint ein tolles Buch zu sein: „Wir treffen viele harmlose Spinner“ – so Ernst Horst in der Überschrift.
Die Welt
„Großer Auftritt für Zensoren“ heißt die Titelgeschichte im Feuilleton: Uwe Wittstock schreibt: „Obwohl Olympia zeigt, wie unfrei Medien in China sind, wird das Land 2009 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse“.
Und Tilman Krause verrät: „Lolita heißt jetzt Laura“ – Vladimir Nabokovs letztes Romanfragment und deren „erste Auszüge bergen keine Überraschung“. [mehr…].
Morgen in der Literarischen Welt: Wickerts neuer Krimi; Jaques Schuster über den Prager Frühling und Thomas von Steinaecker erinnert an Karlheinz Stockhausen.
Süddeutsche Zeitung
Da in Bayern heute in Bayern der seltsamste aller kirchlichen Feiertage, „Mariä Himmelfahrt“ ist, gibt es keine SZ [mehr…].