Heinz Johannes Biehnist am Montag im Alter von nur 77

Jahren gestorben. Der gebürtige Duisburger (geb. am 16. Juni 1931) war eines der verlegerischen Urgesteine und aus der Buchbranche, noch mehr aber aus der Verlagsgeschichte „seines“ Verlages Kiepenheuer & Witsch, nicht wegzudenken.
Für KiWi war der gelernte Buchhändler seit 1958 auf fast allen Verlagsgebieten tätig – und hat den Stil des Hauses in all den Jahren nach innen und nach außen als Prokurist entscheidend geprägt. Das war zuletzt fast eine „Ehe“, die immerhin 38 (!) Jahre währte. Und die – wie das selbst in guten Ehen passieren kann – zuletzt dann doch im Zwist endete: Es kam zu einem sehr emotional geführten Zerwürfnis mit seinem Verleger, das er nie so recht verwunden hat; ein zehnseitiges Schreiben an ihn ist Beleg dafür.
1996 ging Heinz Biehn in den Ruhestand – aber sein Rat war noch lange gefragt – er kannte sich wie kein Zweiter zwischen allen Stühlen der Branche aus und auch zwischen Ost und West: Ein guter Freund war etwa der legendäre Dr. Hans Marquardt, der bis 1986 als Verleger Philipp Reclam jun. in Leipzig geleitet hatte und bei dem er oft auf dessen Haus in Putbus auf Rügen seine Ferien verbracht hat.
Er hat vor allem lange noch als als Berater im MA-Bereich arbeiten können – bis er jetzt vom Krebs besiegt wurde.
Auch ich trauere mit seiner Frau Inge und den Söhnen Andresa und Heiner um einen Freund, der mich über alle BuchMarkt-Jahre begleitet hat und dessen Rat mir schon lange fehlte. Jetzt weiß ich, warum wir uns so lange nicht mehr gesprochen haben. Ich habe von seiner Krankheit nicht gewusst. Verschwiegen, wie er immer war, hat er mir das vorenthalten.
C. v. Zittwitz
Die Trauerfeier ist am 11. August um 10.45 in der Johanniskirche Köln-Brück, Ostfriedhof, Dellbrücker Mauspfad