Gottfried Honnefelder legte bei der laufenden 182. Hauptversammlung des

Börsenvereins in Berlin soeben seinen Tätigkeitsbericht für das Vereinsjahr 2007 vor. Er erinnerte an den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den Deutschen Buchpreis, den Vorlesewettbewerb sowie den Förderpreis für Übersetzung von geisteswissenschaftlicher Literatur als Beispiele für kulturelles Engagement.
Vom leichten Umsatzplus des Vorjahres hätten nicht alle profitieren können. Man habe das fünfjährige Jubiläum des Preisbindungsgesetztes feiern können, habe aber auch Rückschläge hinnehmen müssen.
Der Börsenverein habe sich im vergangenen Jahr zudem mit sich selbst beschäftigen müssen, was Zeit, Geduld und Kraft gekostet hätte, im Zentrum dabei stand die BAG.
„Kultur ist kein nettes Beiprogramm“, fasste Honnefelder zusammen. Er wünsche sich einen sensiblen Umgang mit den Themen der Hauptversammlung, über Sparten, die Unterschiede von Groß und Klein und Partikularinteressen hinaus.
Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis freute sich zu Beginn seines Tätigkeitsberichts über einen Besucherrekord von 1100 Gästen beim Buchhändlerfest des Vorabends und das Ergebnis des Fußballspiels.
Er erinnerte an die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wohlstand für alle ist Bildung für alle“. Bildung und Ausbildung sollten neben dem Thema Kultur eine herausragende Rolle für die kommenden Jahre des Börsenvereins spielen, so Skipis. „Ausbildung ist ein Zukunftsthema für unsere Branche.“
Dazu gehöre die Umstrukturierung der Schulen. Zudem nehmen erstmals über 100 Auszubildende an den Buchhändlertagen teil. Die Branche brauche den Input der jungen Leute, „und auch etwas Optimismus“.
Obwohl man seit 2003 ein stetiges Wachstum verzeichnen könne, sei die Stimmung in der Branche doch ambivalent. Dies blockiere die Wahrnehmung von Chancen.
libreka! zum Beispiel sei „grandios gestartet“, nach einem Jahr sei man „die beste Plattform für deutsche Titel“. „Wie jedoch sieht es mit der Teilnahme aus?“, fragte Skipis. „Wir müssen daran teilnehmen, sonst funktioniert das nicht.“
Die Diskussionen um die BAG hätten zu einem Kraftverzehr geführt. Die Leidenschaft, die dabei aufgetreten sei, solle man künftig in Projekte wie libreka! stecken. Es gehe nicht um die Frage, wem libreka! nutze, sondern um die Frage, wie die Branche die Plattform gemeinsam nutzen könne.
Zudem sei das Urheberrecht das zentrale Thema, das den Verband in der Zukunft beschäftigen werde. Der Schutz des geistigen Eigentums in der digitalen Gesellschaft brauche ein Gesamtkonzept.
Beifall der Plenums gab es, als Skipis noch einmal auf das Ende des „Übersetzerstreits“ verwies und insbesondere das Engagement von Random House-CEO Joerg Pfuhl in dieser Angelegenheit – ein Interview mit ihm lesen Sie hier: [mehr…]