In der Fachgruppentagung der Verleger benannte VA-Vorsitzender Dr. Karl-Peter Winters den Schutz des Urheberrechtes als wichtigste Herausforderung für die Verhandlungen zwischen Verlagen und Politik.
Er warf dem Staat vor, sich mit eigenen Interessen an dieser Diskussion zu beteiligen. „Dort wird ein schiefer Kampf ausgefochten“, so Winters. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht rechtlos gestellt werden.“
Winters beklagte, dass Staatsanwälte Anzeigen mit Urheberrechtsverstößen „einfach abheften“. Der Börsenverein tue gut daran, entsprechend bei den Staatsanwaltschaften nachzuhaken. „Rechtsverletzer haben keinen Anspruch darauf, dass der Datenschutz auch für sie gilt“, so Winters.
Für eine Überraschung sorgte Dr. Joerg Pfuhl, CEO bei Random House, der überraschend die Einigung in der Übersetzervergütung berichten konnte [mehr…].
Ein stark diskutiertes Thema war der Aufbau der Datenbank libreka!, dessen Fortschritt viele als noch zu schleppend kritisierten. Deutlich wurde an verschiedenen Stellen der Buchhändlertagen, dass offenbar einiges nachgearbeitet werden muss. So müssen Scans in das neue Datenspeicherformat EPUB gebracht werden, was zu neuen Kosten führen wird. Zum anderen muss vertraglich nachgebessert werden. Um E-Books bei Google auffindbar werden zu lassen, müssen Google Rohdaten überlassen werden. Dies sei bei den bisherigen Verträgen mit den Verlagen nicht vorgesehen. Laut MVB-Chef Ronald Schild würden in den nächsten Tagen entsprechende Schreiben an die teilnehmenden Verlage verschickt.
Thomas C. Schwoerer ,Geschäftsführer von Campus, warnte vor neuen Verträgen mit Amazon. Nach seinen Worten wolle das Unternehmen nicht nur die Bücher einlagern, sondern auch Druckvorlagen zur Verfügung gestellt bekommen, um bei Lieferengpässen per Druck on demand nachliefern zu können. „Damit fordert Amazon quasi Drucklizenzen, und da sollte sich jeder überlegen, ob er sie überlassen will“, so Schwoerer. Er empfahl, dass sich der Verlegerausschuss damit beschäftigen solle.