
In ihrer Rede verteidigte Julia Franck die Vielfalt der Literatur auf dem Markt gegen die vielfach kritisierte Titelflut „Als der kleine Schweizer Ammann Verlag 2000 Stück meines ersten Buches druckte, haben wir kaum etwas verkauft.“ Erst der Deutsche Buchpreis habe ihr den Durchbruch gebracht, so dass sie schließlich bei DuMont und jetzt bei S. Fischer veröffentlichen kann. „Der Handel braucht die Bestseller, aber ich möchte gern auch seltene Autoren lesen können“, sagte sie. Alles andere werde zu einer Armut an Inhalten und zu einer Armut des Marktes führen.
Die Fragen des Urheberechts und den Kopierschutz für das E-Buch sind für Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels die zentralen Herausforderungen der Branche, betonte er in seiner Eröffnungsrede. In Beisein von Hans Joachim Otto, Vorsitzender für Kultur und Medien im Bundestag, forderte er die Bundesregierung auf für umfassende gesetzlichen Schutz zu sorgen. „Wir wollen kein Flickwerk“, appellierte der Vorsteher an die Bundesregierung. „Wenn Inhalte tausendfach kopiert werden können, dann wird jede verlegerische Leistung, jeder Zwischenbuchhandel und jeder Buchhandel sinnlos.“
Honnefelder kündigte an, dass heute erstmals das Azubi-Parlament auf den Buchhändlertagen zusammentritt. Um 15 Uhr werde ein Treffen von 25 Auszubildenden mit Bundesministerin Annette Schavan stattfinden. Dann wolle sich Schavan eine Stunde mit den Auszubildenden unterhalten.