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Ver.di bei Thalia in Brandenburg: Eigene Betriebsgruppe gegründet / Mitgliedzahlen steigen um ein Drittel

Als Ergebnis der bisher erfolglosen Tarifverhandlungen in Berlin-Brandenburg ist die erstmalige Gründung einer ver.di-Betriebsgruppe bei den Thalia-Buchhandlungen. Das bestätigt die Gewerkschaft jetzt in einer Pressemitteilung. Als Sprecher der ‚Arbeitsgruppe Thalia bei ver.di’ wurde Matthew Heaney, 29, Mitarbeiter in Berlin-Hohenschönhausen gewählt.

Heaney sagte: „Es wurde im Rahmen des Streiks sehr schnell deutlich, dass ein Bedürfnis besteht, weiterhin filialübergreifend in Kontakt zu bleiben, um einiges in der Firma zu bewegen. Deswegen erfolgte zum ersten Mal bei Thalia in Berlin die Gründung einer Betriebsgruppe der Gewerkschaft. Denn ver.di ist nichts ohne aktive Mitglieder. Einen Betriebsrat allein zu haben reicht nicht aus.”

Bei Thalia in Berlin-Brandenburg sind die ver.di-Mitgliederzahlen um ca. ein Drittel innerhalb der letzten 12 Monate gestiegen. „Insbesondere sind es jüngere Kolleginnen und Kollegen, die ver.di beigetreten sind. Darüber hinaus gibt es mehrere MitarbeiterInnen, die nicht bei ver.di organisiert sind und trotzdem am Arbeitskampf teilgenommen haben. Für diese KollegInnen ist unsere Gruppe natürlich auch offen, sowie für die zahlreichen befristeten KollegInnen, die selbstverständlich am Streik nicht teilnehmen konnten.”, so Heaney.

ver.di fordert im Tarifkonflikt seit Juli 2007 6,5 % mehr Lohn und den Erhalt aller Zuschläge für unsoziale Arbeitszeiten (Spät- und Nachtarbeit, für Samstagnachmittage, und Sonntage). Thalia in Berlin bezahlt erst seit Anfang April 2008 eine freiwillige Zulage von 2%.

Die ‚Arbeitsgruppe Thalia bei ver.di’ hat als erstes eine eigene Betriebszeitung gegründet, als Antwort auf die Hochglanzzeitschriften Die Muse und Wir, die von der Firma selber bzw. der Muttergesellschaft Douglas Holding AG herausgegeben werden. Wir auch! wird regelmäßig von dem Standpunkt der in der ‚Arbeitsgruppe’ aktiven KollegInnen aus berichten. Die Nullausgabe ist schon erschienen. Darüber hinaus will die ‚Arbeitsgruppe’ ihre Kontakte zu anderen Einzelhandels- und BuchhandelskollegInnen ausbauen, sowie auch zum Schriftstellerverband in ver.di.

„Als Hauptpriorität sehe ich allerdings die anderen Firmen in der Thalia-Gruppe. Nur weil viele dieser Läden mittlerweile umbenannt wurden, heißt das noch lange nicht, dass die BuchhändlerInnen, z.B. bei ‚Buch und Kunst’ oder ‚Gondrom’, tarifgebunden sind oder unter den selben Bedingungen arbeiten wie wir. Natürlich wollen wir nicht, dass diese Strukturen und Arbeitsbedingungen bei uns in der Zukunft angewendet werden. Stattdessen erwarten wir deutliche Verbesserungen für unsere ‚eingekauften’ KollegInnen”, sagte Heaney.

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