Der kirgisische Autor Tschingis Aitmatow ist gestern im Alter von 79 Jahren an den

Folgen einer schweren Lungenentzündung verstorben, wie das behandelnde Krankenhaus in Nürnberg mitteilt.
Aitmatow wurde am 12. Dezember 1928 im kirgisischen Dorf Scheker im heutigen Grenzgebiet zu Kasachstan geboren. Der Schriftsteller erlangte 1958 mit seiner Liebesgeschichte „Dshamilja“ internationalen Ruhm, die er als Abschlussarbeit am Moskauer Gorki-Literaturinstitut geschrieben hatte.
Aitmatow hatte Mitte Mai bei Filmarbeiten im Wolgagebiet einen Schwächeanfall erlitten. Vor drei Wochen war er aus dem Krankenhaus im russischen Kasan nach Nürnberg verlegt worden, nachdem zu einer Lungenentzündung noch Nierenversagen gekommen war. Die Nürnberger Spezialisten versetzten ihn in ein künstliches Koma, Aitmatow starb schließlich an Lungenversagen. Er soll in seiner kirgisischen Heimat beigesetzt werden, meldet der SPIEGEL.
Nun wird er die erste deutschsprachige komlette Werkausgabe, die der Zürcher UnionsVerlag vorbereitet nicht mehr erleben können (siehe im aktuellen BuchMarkt-Heft, S. 10), aber er hat sie mit vorbereitet – und ungewollt wird daraus nun eine Ausgabe letzter Hand. Der Verlag startet mit der aufwendigen Edition in sechs Bänden (2512 Seiten, Leinen-Bände im Kassette) im September.