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LITERA: Aussteller beklagen fehlende Unterstützung durch Verband und Medien

Das erste Mal ist immer das schwierigste – diese Binsenweisheit trifft auch auf die LITERA zu. Schon im Vorfeld hatte die Linzer Messe gegen Unkenrufe zu kämpfen, und auch zahlreiche offensichtliche Schwachpunkte während der Durchführung führten nicht gerade dazu, die schlechten Vorhersagen zu zerstreuen.

Nur wenige Besucher: Halle 3 der Litera, in der die meisten
Aussteller untergebracht waren

Dass zu wenige (zahlende) Besucher zur Messe kamen, lag nach Meinung von Aussteller Günter Rubik vom Wiener Hörbuchladen Audiamo nicht nur an den geringen Werbemaßnahmen vonseiten der Messe selbst: „Die anwesenden Linzer Verleger waren stinksauer, weil ihre Standesvertretung gegen sie gearbeitet hat. So wie jetzt einige Schwachstellen der Messe Konsequenzen haben werden, wird auch das Verhalten des Verbands sicherlich im Land ein Nachspiel haben.“

Tatsächlich war auf der Website des Hauptverbands des österreichischen Buchhandels (der eine eigene Veranstaltung in diesem Herbst starten will – ein Schelm, der Arges dabei denkt) bis zum letzten Tag über die LITERA kein Wort zu finden.

Als Schuldiger für die schlechte Information der Bevölkerung wird der Medienpartner der Messe, die „Oberösterreichischen Nachrichten“, genannt. Doch auch in der sonstigen Landespresse sei es – so Rubik – „erstaunlich still zu einer Messe, mit der Österreich sein Image als Veranstaltungsort für eine Buchmesse präsentieren möchte“. Die Konsequenz, den offiziellen Medienpartner für eine Neuauflage der Messe auszutauschen, war nach Rubiks Meinung offensichtlich.

„Die Presse muss die LITERA beim nächsten Mal einfach stärker begleiten, und auch der Hauptverband wird die Messe nicht mehr so einfach boykottieren können“, glaubt der Wiener Buchhändler. Denn: „Soweit wir herumgefragt haben, überlegen viele Aussteller, auch im nächsten Jahr wiederzukommen! Zumindest die – diesmal zu lange – Dauer der Messe wurde schon mal auf vier Tage verkürzt.“

Rubik verweist auf zahlreiche Pluspunkte der Messe:
– „Rahmenprogramm, Halle, Service – alles war sehr hochwertig. Auch die lesenden Autoren waren klasse, hätten aber noch mehr Zulauf verdient.“
– „Das Standkonzept war zwar von Leipzig und Frankfurt abgeschaut und naturgemäß kleiner, jedoch gab es viel mehr Platz für die Aussteller und Besucher.“
– „Das Publikum war teilweise sehr hochwertig, und viele Bibliotheken waren da.“

Vor allem sei die Stimmung unter den Ausstellern sehr gut gewesen: „Auch wenn es furchtbar auf den Geist ging, dass so wenige Besucher da waren, hatten wir alle sehr gute Tage und auch gute Gespräche.“

rw

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