Für seine Lyrik ist Bob Dylan mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden, berichtet heute die Medien übereinstimmend. Die Jury der Columbia Universität ehrte Dylan mit einem Sonderpreis wegen dessen „weitreichenden Einfluss“ auf die Popmusik und die amerikanische Kultur.
Unter den knapp zwei Dutzend Preisen, die vor allem für journalistische Leistungen verliehen wurden, erhielt der israelische Historiker Saul Friedländer – im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt – für den zweiten Teil seiner Nazi-Studie „Das Dritte Reich und die Juden“ den Sachbuchpreis.
In den Kategorien Literatur und Musik wurde der Lyrik-Preis doppelt vergeben – an Robert Hass für seine Gedichtsammlung „Time and Materials“ sowie an Philip Schultz für seinen Band „Failure“. Im Sommer 2002 hatte Hass die S. Fischer-Gastprofessur für Literatur an der FU Berlin übernommen. In deutscher Sprache ist einzig der Gedichtband „Die Wünsche der Menschen“ (Ammann, 2005) erhältlich.
In Deutschland eher unbekannt dürfte der Adressat für den begehrten Literaturpreis sein: Der ging an den 39-jährigen Schriftsteller Junot Diaz, ein Amerikaner dominikanischer Abstammung, für seinen Debütroman „The Brief Wondrous Life of Oscar Wao“, der in Deutschland immerhin auf Englisch erhältlich ist.
Die mit jeweils 10 000 Dollar (rund 6400 Euro) dotierten Pulitzer-Preise werden Ende Mai in New York überreicht.
Der Bühnenautor und Schauspieler Tracy Letts (42) erhielt die Ehrung für seine tragikomische Familiensaga „August: Osage County“. John Matteson punktete in der Kategorie Biografie mit seiner packend geschriebenen Lebensgeschichte über eine amerikanische Jugendbuch- Autorin im 19. Jahrhundert „Eden’s Outcasts: The Story of Louisa May Alcott and Her Father“.