„ZVAB.com sieht es als eine Verpflichtung an, eine Sammlung wie die von Georg Salzmann zu bewahren“, sagt Richard von Rheinbaben, Aufsichtsratvorsitzender der mediantis AG – Muttergesellschaft des ZVAB.
Die Rede ist von einer Büchersammlung, die seit Jahren einen neuen Besitzer sucht: Georg Salzmann sammelt seit Jahrzehnten Literatur, die bei den Nazis auf dem Scheiterhaufen landete. Diese Sammlung bildet ein einmaliges Gesamtwerk der im Nazideutschland verbotenen Autoren – in Erstausgaben.
Neben Exilliteratur finden sich auch Werke der damals verbotenen, aber dennoch in Deutschland verbliebenen Schriftsteller unter den über 10.000 Bänden. Für dieses kulturhistorisch wichtige Abbild düsterer Vergangenheit sucht der Gräfelfinger seit Jahren einen Käufer.
Interessenten gibt es einige, darunter der Freistaat Bayern: Die Universität Augsburg und das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg wollen die Sammlung aufnehmen.
Die mediantis AG / ZVAB.com hat nun als erste Partei ein konkretes Kaufgebot vorgelegt: Bis zu 150.000 Euro will das Unternehmen für das Gesamtkonvolut zahlen.
Den Wünschen Salzmanns folgend, geht das Engagement des ZVAB über den bloßen Ankauf hinaus: Die mediantis AG / ZVAB.com stellt sicher, dass die Sammlung über Salzmanns Tod hinaus erhalten bleibt. Ein Verkauf einzelner Titel aus dem Kollektiv soll in jedem Fall langfristig verhindert werden. Die bislang unbibliographierte Zusammenstellung soll in einem ersten Schritt auf Kosten des ZVAB von Experten erfasst und fachlich bewertet werden. Darüber hinaus bestehen Überlegungen, die Sammlung öffentlich und kostenlos zugänglich zu machen: Wanderausstellungen, die gemeinsam mit Partnern organisiert werden, sind hierbei ebenso denkbar wie die Idee, seltene Werke digital zu erfassen, um sie auch virtuell als „Salzmann-Sammlung“ zugänglich zu machen; die Kollektion würde zu Salzmanns Ehren weiterhin seinen Namen tragen.