Gerhard Beckmann hat am Wochenende mit Random House-Geschäftsführer Joerg Pfuhl über den Streit um die Höhe der Übersetzerhonorare gesprochen [mehr…], nun greift auch DIE WELT in ihrer heutigen Ausgabe das Thema auf:
Der andauernde Streit habe in den letzten Jahren zu einem deutlichen Rückgang ausländischer Bücher auf dem deutschen Markt geführt. Mehrere Verlage hätten aufgrund der höheren Übersetzungskosten den Anteil übersetzter Titel in ihren Programmen stark verringert, wodurch ihr Anteil insgesamt von 13,7 auf 7,2 Prozent gesunken sei.
Um einem Urteil des Bundesgerichtshof, das wahrscheinlich keiner Seite nützt, zuvorzukommen, haben die Verleger einen Kompromiss vorgeschlagen:
Der Übersetzer soll ab 5000 verkauften Exemplaren (beim Taschenbuch ab 10.000 Exemplaren) ein halbes Prozent (0,25 Prozent) vom Verkaufspreis erhalten. Die Quote wächst mit der Verkaufszahl auf 1 Prozent (0,5 Prozent), bevor sie bei echten Bestsellern wieder auf 0,5 Prozent (0,25 Prozent) sinkt. Die Verleger möchten dadurch möglichst viele Übersetzer in den Genuss einer Umsatzbeteiligung bringen.
Die Honorarkommission des Verbands deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ) hat diesen Kompromiss jedoch abgelehnt. Sie hält an ihrem Ziel einer Verdreifachung der Übersetzerhonorare fest. DIE WELT folgert daraus:
„Es sieht so aus, als hätte der VdÜ seinen Mitgliedern zu Beginn des Streits so viel versprochen, dass er sie jetzt nur noch schwer für ein realisierbares Verhandlungsergebnis gewinnen kann.“