In der vorigen Woche hatte Dr. Manfred Antoni vor der AG Publikumsverlage in München noch einen öffentlichen Auftritt in seinem Amt als Geschäftsführer der Buchhändler-Abrechnungs-Gesellschaft (BAG).

Der könnte wohl auch sein letzter in dieser Funktion gewesen sein: Nach uns vorliegenden Informationen wird Antoni jetzt sein Amt bei der BAG niederlegen, weil er eine neue Führungsaufgabe übernehmen will. Und da man in diesen Tagen bei Klett mit einer Neuordnung im Vorstand der Klett-Gruppe rechnet (erste Signale für einen Umbau in der Führungsspitze des Hauses gibt es schon: Unternehmenssprecher Dr. Thomas Klugkist etwa soll in die Geschäftsführung der Tochter Friedrich Verlage, Berlin eintreten, mit weiteren Personalien wird gerechnet), gehen Szene-Kenner jede Wette ein: Den früheren Wiley-Verleger Dr. Antoni sehen wir bald in Stuttgart.
Sein Wechsel in den in letzter Zeit etwas gebeutelten Bildungskonzern [mehr…] dürfte für beide Seiten ein Glücksfall sein: Antoni gilt als erstklassiger und mutiger Wissenschaftsverleger mit Sanierungs- und Führungsqualitäten, die er bei Wiley bewiesen hat [mehr…].
Nach erfolgreichen Jahren dort, in denen er aus dem Sanierungsfall Wiley einen erfolgreichen Verlag geschmiedet hat, bat er von sich aus um Auflösung seines Vertrags, weil er die neue Strategie des weltweit agierenden Wissenschaftskonzerns nicht mehr mittragen wollte [mehr…]. Andere hätten sich das vergolden lassen oder einen solchen Dissens „ausgesessen.“
Glücksfall außerdem noch für Klett: Der erstklassige Stratege könnte dort sein Amt im Grunde sofort antreten, denn seine Managementaufgabe bei der angeschlagenen BAG war von vorne herein auf rund sechs Monate begrenzt; die „Mutter“ Börsenverein sieht seine Sanierungsaufgabe dort bereits auch als abgeschlossen an [mehr…]. Antoni so auch vor der AG PUB: Die BAG werde sehr bald wieder deutliche Gewinne abwerfen; der Schuldenberg allerdings werde wohl erst in zehn Jahren keine große Rolle mehr spielen.







