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Steffen Herrmann zum Kauf des Junius Verlages

Dem Engagement nach war es schon immer „sein“ Verlag, Steffen Herrmann hat nun Junius gekauft. DREI FRAGEN AN den neuen Eigentümer, was er sich davon erhofft.

Steffen Herrmann

buchmarkt.de: Wie kam es zu dem Kauf, wollten die vorherigen Eigentümer nicht mehr weitermachen, oder warum haben sie verkauft?
Herrmann: Die Alteigentümer Karl und Christa Nolle waren seit einigen Jahren nicht mehr am operativen Geschäft beteiligt und haben nun auch aus Nachfolgegründen eine Regelung gesucht. Der Verlag hat in den vergangenen Jahren außergewöhnlich gute Ergebnisse erzielt. Im Jahr 2006 lag das operative Ergebnis bei 7,4 %, für 2007 erwarte ich eine ähnliche Zahl. Deshalb war die Zeit für die Alteigentümer jetzt günstig, den Verlag zu verkaufen. aus meiner Sicht ist Junius ist ein entwicklungs- und zukunftsfähiger Verlag. Deshalb habe ich mich zum Kauf entschlossen.

Das heißt, Sie haben sich den Preis durch Ihre Arbeit kaputt gemacht? Was sind die Erfolgsfaktoren?
(lacht) Tatsächlich war das ein Thema, und wir haben lange über den Preis verhandelt. Junius hat zwei starke Standbeine. Die Reihe „zur Einführung“, in der wir wichtige Themen und Persönlichkeiten der Wissenschaften für Studenten gut lesbar vorstellen, beschert uns eine starke Backlist. Und auf der anderen Seite haben wir mit einem neuen Konzept für junge Regionalia eine Marktnische gefunden, die uns gute Ergebnisse beschert hat und die wir weiter ausbauen wollen. Ich denke, dass wir mit Fotobüchern auch dann ein Publikum erreichen werden, wenn wir die Launen der Digitalisierung auf dem wissenschaftlichen Buchmarkt zu spüren bekommen.

Sie werden mit Ihrer wichtigsten Reihe „zur Einführung“ vielseits kopiert, zuletzt von der UTB, wie reagieren Sie darauf?
Es hat in den vergangenen Jahren einige Versuche gegeben, das Junius-Prinzip nachzuahmen. Zwei entsprechende Reihen sind inzwischen eingestellt worden, eine weitere hat sich am Markt nicht etablieren können. Mit UTB wird es eine fruchtbare Konkurrenz geben. Einen Preiswettbewerb wollen wir allerdings nicht führen, sondern wir setzen auf Qualität. In den nächsten Programmen werden zahlreiche Junius-Bände aus der Backlist mit neuen Autoren besetzt. Diese Autoren sind im deutschsprachigen Raum für ihr Thema einschlägig. Mit neuen Themenbänden wird die Reihe zudem die neuesten Entwicklungen in den Geistes- und Kulturwissenschaften abbilden. Als kleiner Verlag können wir hier schnell reagieren.

Die Fragen stellte Matthias Koeffler

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