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Heute Start der 4. Fachverlagskonferenz in München: Wandel in der Kundenstruktur fordert Wandel in Produktfindung und Handel

Seit heute morgen findet in München die 4. Fachverlagskonferenz in der Akademie des Deutschen Buchhandels statt. Unter dem Thema Go to Market zeigen bereits die ersten Referenten in München auf, dass die Kundenstruktur von morgen einem massiven Wandel unterworfen sein wird. Einigkeit herrschte, dass darauf die Entwicklung von Produkten und die Entwicklung von Vertriebswegen ganz neue Wege gehen müssen. Deutlich wurde: Die Verlage vor massiven strukturellen Umbauten, aber auch der Buchhandel ist nicht mehr der einzige Vertriebskanal, sondern bleibt aber für eine bestimmte Gruppe von Kunden der einzige.

In einem ersten Vortrag skizzierte Dr. Eike Wenzel, Trendforscher im Zukunftsinstitut den Kunden von Morgen. „In Zukunft haben wir es mit einer Wirtschaft zu tun, die Creative Economy genannt haben. Da heißt mit einer Wirtschaft, die mehr auf Kreativität ausgerichte ist als auf Wissen. “ Und meinte mit anderen Worten: „Es kommt nicht mehr nur auf die Inhalte an, sondern angesichts der vielen Kommunikationswege vor allem darauf, wie der Kunde zu seinen Informationen kommt.“ Dabei müsse auch der Vertrieb die vielen Rollen spielen können.

Im zweiten Redebeitrag wies Dr. Manfred Antoni, ehemaliger Geschäftsführer bei Wiley VCH, darauf hin, dass es überholt sei zu glauben, das Internet könnte Printprodukte ersetzen. „Das Internet ist nicht der Feind des Buches, sondern muss das Leitmedium Buch stützen“, sagte er. Kundenorientiertes Denken sei vor allem, sich immer weiter zu vernetzen. Das gelte vor allem für die Verlage untereinander. Aus Sicht anderer Teilnehmer müsse auch die Kommunikation mit dem Handel verbessert werden. „Die Verlage sahen bisher immer ein Monopol auf ihren Inhalten, die Buchhandlungen bei ihren Kunden. Wenn wir Kunden orientierte Produkte haben wollen, brauchen wir mehr Rückmeldungen aus dem Handel“, sagte einer.

Wie Wolters Kluwer in dieser Hinsicht sein Unternehmen bereits umbaut, zeigte Dr. Ulrich Hermann, CEO des Unternehmens, auf. Nach seinen Worten habe die klassische Aufteilung von Lektorat, Vertrieb und Herstellung ausgedient. „Wer heute Produkte herstellt, muss seine Marktsegmente im einzelnen sehr genau kennen“, sagte er. Es gehe nicht mehr darum, einfach nur Gesetzestexte zur Verfügung zu stellen, sondern sie kundengerecht zusammenzustellen.

Die Konferenz wird bis zum späten Nachmittag fortgesetzt. Etwa 68 Teilnehmer aus Vertrieb und Unternehmensleitung nehmen daran teil.

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