Nach einer ersten Stellungnahme beim Tagesspiegel [mehr…] folgt nun die Pressemitteilung von Rino Mikulic vom VdS Bildungsmedien, dem Verband der Schulbuchverlage zum Vorschlag der Bundesministerin Dr. Annette Schavan, die Zahl der Schulbücher zu verringern:
„Der VdS Bildungsmedien weist jedwede Gedankenspiele um ein „Einheitsschulbuch“ für alle Schüler in Deutschland als politisch abwegig und aus pädagogisch-didaktischen Gründen auch nicht wünschenswert zurück. Schulbücher transportieren nicht einfach Inhalte, die in den Lehrplänen der Länder festgeschrieben sind, sondern sie vertreten unterschiedliche Lernwege und methodisch-didaktische Ansätze. Gerade nach PISA werden diese verschiedenen Lösungswege von den Schulen für die Bewältigung ihrer je eigenen Unterrichtssituationen in verstärktem Maße nachgefragt. Die Verlage bieten hierzu miteinander konkurrierende Ansätze. Dieser Wettbewerb um die besseren Ideen und Konzepte trägt zur Optimierung und Reform von Schule und Unterricht bei.
Mit seiner Stellungnahme reagiert der Verband, der die 84 Schulbuchverlage und Hersteller von Bildungsmedien in Deutschland vertritt, auf die in den Medien kolportierte Forderung von Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan nach einem „Einheitsschulbuch“ für ganz Deutschland. Der Verband betont, dass er sich nicht vorstellen kann, dass Bundesbildungsministerin Schavan mit ihrem Interview im Tagesspiegel Vereinheitlichung statt pädagogisch-didaktische Vielfalt fordern will. Er geht von einem Missverständnis aus.
Grundsätzlich unterstützt der Verband die Forderung der Bundesbildungsministerin nach mehr Vergleichbarkeit zwischen den Ländern. Die Situation vieler verschiedener Länderausgaben von Lehrwerken ist für die Verlage aufwändig, insbesondere für Bundesländer mit kleinen Schülerpopulationen. Mit der Verabschiedung von nationalen Bildungsstandards in der Kultusministerkonferenz hat aber der Prozess der Angleichung von Bildungszielen begonnen. Dieser Prozess müsse fortgeführt werden und sollte nach der Föderalismusreform nicht abreißen.
Derzeit werden die nationalen Bildungsstandards in die Bildungspläne der einzelnen Länder eingeführt. Der Verband hofft, dass es dann bei Lehrplanreformen zu mehr Abstimmungen über Ländergrenzen hinweg kommen wird. Dass dies möglich ist, haben die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren bei ihren gemeinsamen Bildungsreformen bewiesen.“