
Volker Neumann wird heute 65 Jahre alt.
Seine Verdienste um den Aufbau der Verlagsgruppe Bertelsmann/RandomHouse sind hoch und unbestritten, doch so richtig ist ihm das zum Schluss nicht gedankt worden: Ein angekündigtes Abschiedsfest zu seinem 60. Geburtstag fand nicht mehr statt, denn kurz vorher hatte sich der Konzern von seinem obersten Buchhändler und damit von dem Mann getrennt, der für viele im Handel über mehr als 20 Jahre im Grunde der einzige Mann war, der in ihren Augen „Bertelsmann“ war. Der Aufruhr im Buchhandel war entsprechend groß.
Und jetzt, fünf Jahre später, gibt es wieder kein Fest; die Probleme bei und mit der BAG sind für ihn nicht gerade der richtige Hintergrund dafür. Und sein Alter, also jetzt die 65, ist für ihn schon gar kein Anlass zum Feiern. Ich denke, er hält diese Zahl für einen Zahlendreher, denn er lebt und agiert eher wie ein junggebliebener 56-Jähriger. Dazu hat er immer noch soviel vor, und schon gar keine Zeit, auf seine steile Karriere zurückzublicken, die dem gelernten Schriftsetzer wohl keiner zugetraut hätte:
Vom Werbeleiter beim dtv hat er sich über die Verkaufsleitung bei den Buchverlagen der Süddeutschen Zeitung bis in die Führungsspitze der Verlagsgruppe Random House hochgearbeitet, war zuletzt dort auch Chairman und President „Strategisches Marketing“ für Zentraleuropa und Lateinamerika.
Er versteht es wie kaum ein anderer, Menschen zu begeistern und Dinge zu bewegen. Das bewies er danach grandios als Direktor der Buchmesse Frankfurt. Über welchen seiner Vorgänger hätten wir so wie über ihn schon nach kurzer Zeit melden können: „Die Amerikaner folgen Neumann, wohin er will“ – das muss ihm erst einmal nachmachen. Früher wäre jemand wie er Volkstribun geworden.
Er hat übrigens auch, das sei hier nicht verschwiegen, jede Menge Schwächen, die wir ihm als seine Freunde meistens nachsehen. Welche das sind, das wird hier nicht verraten. Eine führte aber wohl dazu, dass er auch bei der Buchmesse wieder nicht die Meriten für seine Verdienste ernten konnte. Na ja, Volkstribunen werden gelegentlch sogar geköpft, das blieb ihm erspart.
Er geht halt immer wieder (auch an seine) Grenzen – und nicht immer geht es so glimpflich für ihn aus wie bei seiner Afrika-Motorrad-Tour Ende Februar, bei der er gemeinsam mit Droemer-Geschäftsführer Christian Tesch, und den Buchhändlern Rudolf Braun-Elwert und Eberhard Duchstein 3.496 km durch Südafrika gefahren war: Noch untrainiert mit seiner schweren Maschine und unerfahren mit dem Off-Road-Boden überstand er ohne große Blessuren einen schweren Crash.
Aber eigentlich hat uns auch das bei Dir nicht überrascht! Wir wissen, Du stehst immer wieder auf!
Es gratulieren Dir L., J. , C. und H&J.V.
Kontakt: volker.neumann@pendo.de
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