Mit einem provozierenden Vorschlag hat der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago (Eine Zeit ohne Tod), in seiner Heimat für Aufregung gesorgt, meldet DIE WELT. In einem Interview regte der 84-jährige Rowohlt-Autor an, Portugal solle territorialer Bestandteil des großen Nachbarn Spanien werden.
Um die Empfindlichkeiten und den Stolz der Portugiesen nicht zu verletzten, könne sich der neue Staat „Iberia“ nennen. Saramago selbst ist seit 14 Jahren Wahlspanier: Er lebt mit seiner spanischen Frau Pilar del Río auf der Kanaren-Insel Lanzarote.
Der Protest kam sofort. Der frühere portugiesische Außenminister António Martins da Cruz warf Saramago geradezu Vaterlandsverrat vor: „Es ist einfach, Portugal im Ausland zu hassen. Das Schwierige ist es, im Ausland die Interessen der Heimat zu verteidigen. Und dazu ist Senhor Saramago offenkundig nicht in der Lage“, sagte er nach Medienberichten.
Aber auch die Linke protestierte heftig und im Internet straften die Kommentare der Portugiesen den Nobelpreisträger ab.







