Seit Freitag kursiert eine Agenturmeldung, wonach Joanne K. Rowling einen achten Band nicht mehr ausschließe. Nun ist ein Streit darüber entbrannt, was sie wirklich gesagt hat. „Rowling schürt Hoffnung auf achten Band” war die Meldung überschrieben, eine Meldung, die gestern auf Spiegel Online und heute in der WELT erschien. „Es ist eine Überschrift, die am Montag sicher häufig geklickt wurde, und sie ist falsch“, schreibt beispielsweise der Medienjournalist Stefan Niggemeier in seinem Blog.
Und so ging es weiter in der Meldung: „Fans der Romanserie „Harry Potter” können möglicherweise aufatmen: Die Schriftstellerin Joanne K. Rowling ist am Montag von ihren vorherigen Äußerungen abgerückt, sie wolle die erfolgreiche Reihe nicht fortsetzen. „Man soll nie nie sagen”, erklärte Rowling nach Angaben ihres Verlags Bloomsbury (…)“, heißt es in der Agenturmeldung.
Tatsächlich sagte Rowling: „I think that Harrys story comes to quite a clear end in book seven. But I’ve always said that I wouldn’t say never. I can’t say I’ll never write another book about that world, just because I think: What do I know, in ten years’ time I might want to return to it. But I think it’s unlikely.“
Mit anderen Worten: Sie habe immer gesagt, man solle nie nie sagen. Dennoch: Mit Ihrer unklaren Haltung schürt sie tatsächlich Hoffnungen. Denn sie sagt auch „But I’ll never say never because every time I do, I immediately break the vow.” („Aber ich sage nie nie, denn immer wenn ich das tue, breche ich den Vorsatz.“). Korrekt zitiert spricht sie aber auch eher davon, dass sie weitere Geschichten in Harrys Welt ansiedeln würde. Allerdings hat es schon früher Gerüchte um einen achten Band gegeben, dessen Erlöse sie einer guten Sache spenden wollte [mehr…].
Vielelicht hat Rowling Ihre Trauer um das Ende des Siebten Bandes nicht überwunden: „Ich war ganz allein in einem Hotelzimmer, habe Rotz und Wasser geheult und eine halbe Flasche Champagner aus der Minibar in einem Zug ausgetrunken. Und dann bin ich mit Wimperntusche über dem ganzen Gesicht verteilt nach Hause gegangen – das war wirklich hart“, wurde sie bereits vor einer Woche zitiert.
Viel spannender als dieser Streit könnte werden, was Potterfans im Tagesspiegel ankündigten. Sie wollen selbst den achten Band im Internet schreiben. „100.000 Clubmitglieder“ seien dabei, zitiert das Berliner Blatt eine der Leiterinnen, Saskia Preissner (21). Das ganze könne ein Internetprojekt werden. „Zwar wisse sie, dass es möglicherweise Probleme mit den Urheberrechten der Autorin gebe, sagte Preissner. Der Band solle aber nicht als Buch veröffentlicht werden, sondern eher eine Art „Fanprojekt“ sein“, so der 2335851,Tagesspiegel.
Eine heikele Sache. Einerseits könnte sich der Stoff damit demokratisieren und zu einem nachhaltigen Leseförderungsprojekt werden. Andereseits könnte der Stoff ausfransen, so dass er am Ende kaum noch erkennbar bleibt. Rowling hätte die Kontrolle verloren. Dazu hat sie sich noch nicht geäußert.







