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Cape Town Book Fair hat Besucherzahlen verdoppelt / Markt für Kinderbücher und Schulbücher ist in Afrika das größte Segment

„Die Messe war ein voller Erfolg, sowohl in wirtschaftlicher als auch in kultureller Hinsicht“, freut sich Vanessa Badroodien, Direktorin der Cape Town Book Fair. Mit mehr als 49.000 Besuchern hat die Cape Town Book Fair, die am gestrigen Dienstag nach vier Messetagen zu Ende ging, in ihrem zweiten Jahr ihre Besucherzahl fast verdoppelt. Bei der Premiere im vergangenen Jahr hatten rund 26.000 Menschen die internationale Buchmesse in Südafrika besucht, die gemeinsam von der Frankfurter Buchmesse und dem südafrikanischen Verlegerverband PASA mit Unterstützung der Sunday Times veranstaltet wird.

Auch die Ausstellungsfläche war in diesem Jahr fast auf das Doppelte angewachsen. 354 internationale Aussteller aus 25 Ländern präsentierten ihre Produkte auf 10.000 Quadratmetern im Cape Town International Convention Centre. Der Großteil kam aus Südafrika (rund 70 Prozent), doch auch internationale Aussteller beispielsweise aus Großbritannien, China, Frankreich, Indien und Deutschland waren vertreten. Weitere Aussteller kamen aus afrikanischen Ländern wie Ghana, Simbabwe, Kenia oder Angola.

„Es freut mich sehr zu sehen, dass sich die Cape Town Book Fair bereits nach zwei Jahren großer Akzeptanz in der Cape Province erfreut und dass wir auf einem guten Weg sind, der Treffpunkt für die Buchbranche im südlichen Afrika zu werden“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es uns gelingen wird, noch mehr afrikanische Verlage nach Kapstadt zu bringen. Dieses Ziel werden wir allerdings nur mit der Unterstützung von NGOs und anderen politischen Organisationen erreichen können.“

Um die CTBF in Zukunft für Fachbesucher noch interessanter zu machen, werde es im kommenden Jahr einen eigenen Fachbesuchertag geben, kündigte Vanessa Badroodien an. „Wir haben diesbezüglich viele Anregungen von unseren Ausstellern und Fachbesuchern erhalten.“

Die deutsche Literatur wurde in Kapstadt an einem 36 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand präsentiert. Hier stellten 17 Verlage rund 500 Titel aus. Vier thematische Buchkollektionen wurden gezeigt, unter ihnen stieß besonders die Kollektion „New Children’s Books 2007“ auf großes Interesse. „In Afrika ist der Markt für Kinderbücher neben den Schulbüchern das größte Segment“, bemerkte Iris Klose von der Frankfurter Buchmesse. „Internationale Verlage aus diesem Sektor, die mit afrikanischen Verlagen Geschäfte machen wollen, haben sehr gute Chancen.“

Der Veranstaltungskalender war mit mehr als 470 Terminen gut gefüllt, darunter auch der Workshop zum Thema „Selling and buying translation rights: how to promote African fiction and non-fiction“, den die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit PASA und dem Schweizer Verlegerverband SBVV angeboten hatte.

Im Rahmen der Buchmesse wurden auch verschiedenen Preise vergeben: Der „Freedom to Publish Prize“ der International Publishers’ Association (IPA) ging in diesem Jahr an den Zeitungsverleger Trevor Ncube aus Simbabwe. Zudem vergab die IPA zwei Sonderpreise: Sie gingen posthum an die russische Journalistin Anna Politkovskaya und den türkischen Autor Hrant Dink, die 2006 bzw. 2007 ermordet worden waren.

Den Alan Paton Non-Fiction Award der Sunday Times im Bereich Sachbuch und den Sunday Times Fiction Prize im Bereich Belletristik erhielten in diesem Jahr Ivan Vladislavic (Sachbuch: „Portrait with Keys: Joburg & what-what“, Umuzi) und Marlene van Niekerk (Roman: „Agaat“, Tafelberg/Jonathan Ball). Die beiden Preise sind mit jeweils rund 7.500 Euro dotiert.

Im kommenden Jahr findet die Cape Town Book Fair vom 13. bis 16. Juni 2008 statt.

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