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Hauptversammlung: Erregte Diskussion um die Zukunft der BAG / Plädoyer von Michael Busch für Erhalt der Preisbindung

Endlich kommt es zur 180. Hauptversammlung des Börsenvereins zum Diskussionspunkt BAG – in dem auch besprochen werden soll, ob der Vorstand des Vereins neu mit dem BAG-Vorstand über eine Sperrminorität verhandelt [mehr…].

Aus Sicht des BV will man das nicht, wie eben der Schatzmeister Jürgen Horbach sagt, weil man jede Handlungsmöglichkeit brauche, um die BAG zu sanieren. Eine klare Aussage – die Sanierung müsse schlagkräftig umgesetzt werden. Auch der Aufsichtsrat der Börsenvereinsholding BBG habe einen ähnlichen Beschluss gefasst.

Volker Neumann, der neue Vorsitzende des BAG-Vereins, verweist auf den Weiterbestand dieses wichtigen Rationalisierungsinstruments der Buchbranche und dankt für die Hilfe. Anders aber als erwartet [mehr…] stellt er nicht den Antrag, eine Sperrminorität zu erhalten; er hofft aber, dass die Mitglieder der BAG weiter verantwortlich eingebunden werden.

Es sieht aber derzeit nach den Stimmen der weiteren Redner nicht danach aus, dass dieser Wunsch eine Chance hat; im Gegenteil kommt es gar zur Aufforderung an den BAG-Verein, sich selbst aufzulösen, weil er nicht mehr gebraucht werde (wie Rudolph Braun-Elwert sagt).

Manfred Keiper vom AKS-Sprecherkreis brachte die ganze BAG-Diskussion wohl am besten auf den Punkt: „Zeigt die ganze Diskussion um die BAG nicht hauptsächlich, dass wir eine tiefe Vertrauenskrise im Verband haben?“

Inzwischen ist die Tagung zu Ende gegangen. Über die Zukunft der BAG ist noch kein letztes Wort gesprochen.

Zu einem mit viel Applaus versehenen Schlusswort freilich holte Thalia-Chef Michael Busch aus, indem er den Fall der Preisbindung in der Schweiz ansprach: Manchem deutschen Mitbewerber warf er große Scheinheiligkeit vor: Auf der einen Seite beklagten sie den Fall der Preisbindung, auf der anderen Seite nutzten sie den neuen Zustand schamlos aus.

Thalia habe bislang kein einziges Buch preisreduziert angeboten: Dabei soll es auch bleiben, sagte Busch, bis hoffentlich bei allen Marktteilnehmern wieder Vernunft eingekehrt sei: „Nicht, dass wir in einem Jahr hier wieder zusammensitzen und darüber reden, was wir jetzt hätten vermeiden können.“

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