Home > Buchhandel > AUB e.V. fordert Chancengerechtigkeit bei den Konditionen und Mindestrabatte

AUB e.V. fordert Chancengerechtigkeit bei den Konditionen und Mindestrabatte

Die Feinabstimmung im Vorstand hat etwas gedauert. Jetzt aber hat die AUB e.V eben diese Pressemitteilung über das weitere Vorgehen veröffentlicht:

Am 2. Mai 2007 nahmen Mitgliedsunternehmen aus allen Regionen des Bundesgebietes in Detmold an der Mitgliederversammlung teil. Nach intensiver Diskussion wurde Einmütigkeit über Bestandsaufnahme und Vorgehen sowie über eine Erweiterung der Satzung und die Regelung der Mitgliedsbeiträge erzielt.

Aufgrund von Entwicklungen, für die die Unabhängigen Buchhandlungen in keiner Weise verantwortlich sind, ist es im Buchhandel zu weitreichenden Marktverwerfungen gekommen, die vorrangig auf einer kurzsichtigen Bevorzugung großer Abnahmemengen durch Verlage beruht. Erst diese Bevorzugung ermöglicht den Filialisten, einen Verdrängungswettbewerb zu führen – der vielfach leider erfolgreich ist.

Um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit behaupten und damit die vom Buchpreisbindungsgesetz geforderte echte Vielfalt bewahren zu können, fordern die Unabhängigen Buchhandlungen ein faires Miteinander der Branchenteilnehmer ein. Vor allem muß die Chancengerechtigkeit bei den Konditionen unverzüglich hergestellt werden: Verlagsrabatte dürfen für alle Sortimente nur zwischen 40% und 50% liegen, bei Schulbüchern müssen die Verlagsrabatte bei mindestens 25% und bei Fachbüchern bei mindestens 35% liegen. Die Gewährung von Boni, Werbekosten- oder sonstigen Zuschüssen darf nicht zum versteckten Rabatt werden, sondern muß gleichberechtigt für alle Sortimente erfolgen. Überdies müssen alle Branchenteilnehmer ihrer Pflicht zur fortwährenden Rationalisierung von Strukturen und Abläufen nachkommen, was gerade die Mitgliedsunternehmen von AUB e.V. vorantreiben wollen.

Die Unabhängigen Buchhandlungen werden sich auf Dauer am Markt nur behaupten können,

· wenn sie ihre Stärken wie Kundennähe, Kompetenz, Flexibilität, Individualität und Servicebereitschaft nicht nur bewahren, sondern offensiv ausbauen, einsetzen und nach außen darstellen
· wenn sie ihre inneren Strukturen fortlaufend straffen, erneuern und optimieren
· wenn sie modernes Marketing betreiben
· wenn sie den überfälligen Schritt tun, sich zur Erreichung bestimmter Zwecke zusammenzuschließen
· wenn sie ihre Interessen klar und deutlich in der gesamten Branche vertreten
· wenn sie ihren Einkauf durchgängig deutlich verbessern

In der Zusammenarbeit mit Verlagen (und Auslieferungen) werden wir deshalb die von uns erstellten Modellkonditionen nachdrücklich propagieren und, beginnend mit den A-Verlagen unserer Mitgliedsunternehmen, durchzusetzen versuchen. Die Elemente dieser Modellkonditionen sind:

· Mindestauftragswert Euro 150,- zu Verkaufspreisen
· portokostenfreie Lieferung
· Jahreskonditionen von mindestens 42% und Auftragskonditionen bei größeren Aufträgen
· bei konsequenter DFÜ-Bestellung mindestens 45% Rabatt
· Skontierung bei Zahlung innerhalb 10 Tagen und Einzug über BAG
· Abschaffung von Reisekonditionen
· Abschaffung von Partieexemplaren und Partieergänzungen
· formularfreie, gebührenfreie Remissionsquote von 10%
· verlagsübergreifende, konsequente Bündelung in den Auslieferungen

In der Zusammenarbeit mit den Barsortimenten, wo bereits erste Gespräche geführt wurden, streben wir folgende Verbesserungen an:

· portokostenfreie Lieferung
· verbesserte Konditionen auch bei geringen Einstiegsumsätzen
· Weiterentwicklung von Lagermodellen für kleine Verlage
· Besorgungsdienst für nicht im Barsortiment geführte Titel von Kleinverlagen
· transparente Konditionengestaltung
· einfache Remission und zeitnahe Gutschrift

Weiterhin wurde eine Erweiterung der Satzung verabschiedet, die die Möglichkeit der Stimmrechtsübertragung etwa für Mitgliederversammlungen schafft. So können Debatten zum Beispiel in den derzeit vorbereiteten Regionalgruppen ihren Eingang in die Willensbildung finden.

Für AUB e.V. hat die Mitgliederversammlung eine Änderung des Beitragssatzes beschlossen: Der Mindestbeitrag entfällt, der Jahresbeitrag wird auf 0,05% des Nettojahresumsatzes des Mitgliedsunternehmens bei Selbsteinstufung festgesetzt.
Schließlich wurde einstimmig beschlossen, in der Diskussion um die Beitragsstaffel des Börsenvereins die Forderung nach durchgängig umsatzproportionalen Beiträgen einzubringen.

Hartwig Bögeholz
für den Vorstand AUB e.V.
Postfach 150242
33732 Bielefeld
info@aub-online.org
www.aub-online.org

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert