
Wie heute auf der Tagung des Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Sortiments- und Fachbuchhandlungen (AWS) bekannt wurde, ist es bereits vor zehn Tagen zu einer Einigung zwischen der MVB und dem Internet-Suchmaschinenbetreiber Google über die Nutzung der Inhalte von Volltextsuche Online (VTO) gekommen. Das teilte MVB-Geschäftsführer Ronald Schild heute in einem Vortrag zum Stand der Dinge mit.
Demnach habe sich Google verpflichtet, Texte, die bei VTO gelistet sind, nach dem Modell von VTO zu durchsuchen und anzuzeigen. Der Nutzer werde bei der Buchsuche auf die Seiten von VTO verlinkt, so dass er Bücher, die er kaufen will, bei einem Buchhändler seiner Wahl bestellen könne, so die Pläne der MVB. Damit seien Pläne vom Tisch, dass digitale Inhalte aus VTO in das Projekt Google Buchsuche einfließen.
Schild räumte allerdings ein, dass es dafür keine vertraglichen Vereinbarungen mit Google gäbe. Google wolle die Kooperation mit VTO im Sinne eines Suchergebnisses so halten wie das Auffinden anderer Internetseiten auch, erläuterte er. Er berichtete, dass Yahoo und Microsoft ebenfalls Interesse an einer Zusammenarbeit mit VTO bekundet haben.
Dennoch hielt er daran fest, dass damit sichergestellt sei, dass die Texte auf der Homepage von VTO besser gefunden werden. Auch darüber, wie dies technisch bewerkstelligt werden soll, sei ein Vorgehen vereinbart worden. Von Verlagen zur Verfügung gestellte Texte im Format pdf sollen in einen anderen kompatiblen Code (ASCII) umgewandelt werden, auf den dann die Suchmaschine zugreifen kann.
Außerdem habe die MVB erneut nachgebessert. Nun soll das Hochladen von Texten bei der VTO vereinfacht werden, kündigte Schild heute ebenfalls an. „In den nächsten Tagen wird das Hochladen von Texten mit wenigen Klicks möglich sein“, so der MVB-Chef.
Schild gestand ein, dass die Prozedur des Hochladens, wie sie seit Anfang des Jahres bestehe, für die Verlage zu kompliziert gewesen sei. Da habe man nun nachgebessert. Aus Sicht der MVB sei die Beteiligung von 160 Verlagen, die innerhalb von acht Wochen über 3000 Titel hochgeladen haben, ein Erfolg.
Bereits im April hatte die MVB nachgearbeitet und die Verträge zum Einstellen der Bücher neu formuliert, [mehr…].
Über VTO kam es zu einer lebhaften Diskussion auf der AWS-Tagung. Während einige Sortimenter kritisierten, dass die Titelzahl erheblich zu gering sei und von einem „Frusterlebnis“ sprachen, fordert AWS-Vorstandsmitglied Thomas Emig die Sortimenter auf, sich bei den Verlagen für VTO einzusetzen. „Wir Sortimenter müssen zu den Verlagen gehen und ihnen sagen, dass wir VTO wollen“, so Emig. Zu Beginn des Vortrag sagte Emig: „Wir stehen vor einem Medienwechsel: vom Papier zum E-Content. Wir müssen diesen Übergang von Anfang an auch aus wirtschaftlichen Gründen mitgestalten.“
Auch Schild forderte die Verlage dringend auf, sich auch aus eigenem Interesse an VTO zu beteiligen: „Die Verlage müssen handeln, um in Zukunft den illegalen Download von Buchinhalten zu vermeiden“, sagte er. Schon jetzt gebe es eine Anzahl von Titeln im Internet, die illegal herunterladbar seien.
Kritik erntete Schild bei der Preisgestaltung zum Einstellen der Bücher. Die Gebühr von 17 Euro pro Titel sei zu hoch, kritisierten Verleger. „Das rechnet sich betriebswirtschaftlich nicht“, so Bernhard Tigges vom Deutschen Ärzteverlag.