Wie die Allgäuer Zeitung in einem Nachruf berichtet ist Herbert Edele, Kemptener Buchhändler und Verleger, gestorben. Uns hat Buchhändlerkollege Carsten Vogt einen Nachruf auf den legendären Buchhändler geschrieben.

„Der Sortimenter, der sich selbst auch gerne als „Buachtandler“ am Telefon meldete, ist kürzlich im Alter von 70 Jahren an einer schweren Krankheit gestorben.
Seit 1963 leitete er im Allgäu die expandierende Buchhandlung Dannheimer (Kempten) mit den Filialen inzwischen in Kaufbeuren, Memmingen, Oberstdorf und Oberstaufen. (www.allgaeubuch.de)
Der begeisterte Bergsteiger und Skifahrer erweckte 1982 auch den schlummernden Verlag Tobias Dannheimer zum neuen Leben. Er verriet: „Das macht mir einfach unheimlich viel Spaß!“ So verlegte Herbert Edele z.B. Chroniken, Mundartgedichte, Bildbände und zuletzt regionale Krimis. Sein Lebenswerk ist die – bisher wohl unveröffentlichte – Chronik des Dannheimer Verlages. Er verstand es u.a., Geschichte und Region dem Leser in Buchform anzubieten und nahezubringen.
Schwäbisch-humorvoll habe ich selbst ihn, den „Senior“, in den leider nur drei Jahren von 1995-1998 kennengelernt, in denen er mein Chef war. Auch in dem Wissen, daß er ein Vollblutbuchhändler ist, der z.B. bei Konditionsverhandlungen mit den Verlagen zu deren Leid nicht zimperlich war. Sein Merksatz für mich war und ist: „Das was du einkaufst, das mußt du auch verkaufen. Und wenn du zweifelst, dann kaufe eben nicht das Buch ein.“ Ich habe von ihm viel gelernt.
Weiter habe ich in Erinnerung, daß über seinem (Verleger-)Schreibtisch ein Spruch hängt: „Denn Bücher macht man leicht auf Erden – das Kunststück ist’s, sie loszuwerden.“ (Zitat wohl von Herrmann Mostar.)
Herbert Edele hatte und hat eigentlich immer Recht, ich denke gerne an ihn!“