
Walter Lachenmann wird heute 70 Jahre alt. Seine Wanderjahre führten ihn – nach Sortimenterlehre, Druckereipraktikum und Assistentenjahren bei Wunderlich und Goldmann – in den 60er Jahren nach Paris und in die französische Schweiz. In den 70er Jahren war er Herstellungsleiter im Battenberg-Verlag. Seit 1980 arbeitete Lachenmann als freier Hersteller für den dtv, die DVA, C.H Beck, Birkhäuser, Gräfe und Unzer und andere.
1982 gründete Lachenmann den Oreos Verlag, mit Schwerpunkt auf Jazz und Bavarica. Das passt durchaus zusammen, weil ihm beide Themen am Herzen liegen und von ihm auf hohem Niveau gepflegt werden. So entstanden u.a. die opulenten Bildbände „Frühe Villen und Landhäuser am Starnberger See“ und „Schlösser im Fünfseenland“ des Starnberger Kreisheimatpflegers Gerhard Schober.
Im Herbst 1983 erschienen die ersten Bände der „Collection Jazz“, Monographien großer Jazzmusiker, mit umfänglichen Diskographien. Die Reihe wuchs auf 30 Titel an. In den letzten Jahren sind weitere Bavarica und bibliophile Lyrikbände erschienen, u.a. von Hans Krieger und Friedhelm Kemp. Für Herbst 2007 ist u.a. »Prunkschiffe auf dem Starnberger See« angekündigt.
Um der unseligen „Rechtschreibreform“ auf wissenschaftlich seriösem Niveau kritisch entgegenzutreten, gründete er 2002 mit dem Berliner Historiker Reinhard Markner die Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS). Ihr schlossen sich namhafte Schriftsteller an wie Walter Kempowski, Reiner Kunze, Adolf Muschg und Sten Nadolny, der Sprachwissenschaftler Theodor Ickler, der Verleger Michael Klett, der Typograph Friedrich Forssman und der Übersetzer Burkhart Kroeber u.a.
Von seinen Verlegerkollegen ist Lachenmann enttäuscht: „Es war völlig klar, dass hier ein unabsehbarer Schaden entstehen würde. Dennoch hat sich die Buchbranche für die Reform stark gemacht. Den Schriftstellern, die energisch dagegen protestiert haben, ist die Mehrheit der Verleger, die doch von deren Leistungen leben, in den Rücken gefallen. Es hätte in ihrem eigenen wirtschaftlichen Interesse gelegen und wäre insbesondere ihre kulturelle Verpflichtung gewesen, sich gemeinsam mit ihren Autoren dieser Reform zu verweigern, so wie sie sich sonst gegen Politik zu wehren verstehen, etwa wenn es um Fragen der Buchpreisbindung oder der Mehrwertsteuer geht.“
Soviel jedenfalls ist sicher: Die von Walter Lachenmann bei Oreos verlegten Bücher werden auch künftig in unbeschädigter Rechtschreibung erscheinen.
Übrigens: Morgen hat auch Lachenmanns Verlag Geburtstag – Oreos wird 25 Jahre alt.
Wir gratulieren und wünschen ihm und seiner Frau Ruth Lachenmann noch viele gute Jahre!
Judith Rüber
Kontakt: oreos@t-online.de
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