Nun hat auch der Arbeitskreis kleiner Verlage (AkV) gemeinsam mit dem Arbeitskreis kleiner Sortimente (AKS) Stellung zur Diskussion um die BAG genommen. Der AKS hatte sich bereits in der vergangenen Woche zu Wort gemeldet [mehr…]. Wir zitieren die gemeinsame Erklärung von AkV und AKS im Wortlaut:
„1. Wir sprechen uns für eine Bestätigung des vom BAG-Vorstand unterzeichneten Darlehensvertrages zwischen BAG und MVB durch die Mitgliederversammlung aus, um eine akute wirtschaftliche Schieflage der BAG auszuschließen und den laufenden Betrieb zu sichern. Wir begrüßen, dass die MVB der BAG mit einem Kredit hilft.
2. Wir erwarten in Leipzig eine umfassende Information über die wirtschaftliche Situation der BAG bzw. der Factoring Media und unterstützen in dieser Sache den Fragenka-talog des Hessischen Landesverbandes.
3. Wir kritisieren die Art und Weise, wie die Vorgänge im Zusammenhang mit der BAG-Krise in der Öffentlichkeit kommuniziert wurden und dadurch in unseren Augen unnötig eskaliert sind. Die Information sowohl der BAG-Mitglieder als auch des Ehrenamtes war unzureichend.
Weiter dürfen Ultimaten und Streuung von Insolvenzgerüchten in einer solch sensiblen Frage nicht Bestandteil der Kommunikation innerhalb des Börsenvereins und seiner Wirtschaftsbetriebe sein. Die dadurch entstandene Verunsicherung bei den Mitgliedern und in der Öffentlichkeit hat das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der verantwortlich handelnden Personen und des Börsenvereins und seiner Wirtschaftsbetriebe insgesamt schwer erschüttert.
Dieses Vertrauen muss schnellstens durch einen vernünftigen Umgang mit der jetzt entstandenen Situation wieder aufgebaut werden. Dabei sollte der Blick nach vorn gerichtet sein und eine weitere Beschädigung von Personen oder Ämtern vermieden werden.
4. Als vertrauensbildende Maßnahme schlagen wir die Einrichtung einer dreiköpfigen „Kommission“ vor, personell abgestimmt zwischen den Vorständen von BAG-Verein (Verein für buchhändlerischen Abrechnungsverkehr e.V.) und Börsenverein, die zu den Buchhändlertagen im Juni 2007 einen Bericht über Ablauf und Entwicklung der Krise, eine Bewertung und eventuelle Ehrenerklärungen und/oder Verhaltensrügen abgibt.
5. Wir sprechen uns dafür aus, dass sich die Hauptverantwortlichen aus Börsenverein, MVB und BAG möglichst unter Einbeziehung des Ehrenamtes und der BAG-Mitgliedschaft in Ruhe zusammensetzen, um eine konsensfähige langfristige Lösung zu erarbeiten. Ein solcher Lösungsvorschlag sollte spätestens zur Hauptversammlung während der Buchhändlertage vorliegen und unseres Erachtens folgende Dinge berücksichtigen:
– Überprüfung des bestehenden Darlehensvertrages zwischen MVB und BAG mit dem Ziel einer fairen Vereinbarung.
– Stärkere finanzielle Einbindung von MVB und/oder Börsenverein in die BAG unter weitgehender Erhaltung der Unabhängigkeit der BAG.
– Eine Lösung der wirtschaftlichen Probleme der BAG durch branchenfremde Partner sollte nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden.
– Für die Gewährleistung der Unabhängigkeit der BAG könnten die Mitglieder der BAG auch selbst finanzielle Verpflichtungen im Rahmen einer Umlage, zeitbefristet erhöhter Gebühren oder anderer Modelle übernehmen. In der Kombination von stärkerer finanzieller Einbindung von MVB und Börsenverein in die BAG und eigenem finanziellen Beitrag der Mitglieder sehen wir die beste Lösung.
– Wir befürworten eine schnelle Trennung der BAG/Factoring Media von der Verwer-tungsgesellschaft ZMV, damit das Kerngeschäft wieder im Vordergrund stehen kann.
– der AKV und der AKS sind bereit, sich an den Gesprächen zur Lösung der BAG-Krise zu beteiligen.“
Für den AKV:
Dr. Bettina Preiß / Bernd Weidmann
Für den AKS:
Annemarie Schneider / Anne v. Bestenbostel