Zumindestens für den Einzelhandel insgesamt scheint sich auf der Zielgeraden die Umsatzkurve in Gute zu wenden. „Wir sehen seit der zweiten Dezember-Hälfte ein Weihnachtsgeschäft, das diesen Namen auch verdient“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Sprecher des Einzelhandelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr, am Donnerstag. Die etwas kühleren Temperaturen ließen inzwischen auch die Kassen im Textilhandel kräftig klingeln, der zuvor unter dem ungewöhnlich milden Wetter besonders gelitten habe. Auch der Lebensmittelhandel melde ordentliche Umsatzzuwächse.
Dem Marktforschungsinstitut GfK zufolge verzeichnet der Einzelhandel dank der florierenden Konjunktur einen kräftigen Nachfrageschub. „Für die Monate November bis Dezember rechnen wir mit einem Zuwachs zwischen drei und vier Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagte GfK-Marktforschungsleiter Wolfgang Twardawa dem „Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Der HDE erwartet dagegen nur ein Plus von zwei Prozent in den umsatzstärksten Monaten des Jahren. „Wir sehen derzeit zufriedene Mienen bei den Händler, aber abgerechnet wird am 31. Dezember“, sagte Pellengahr.
Der Einzelhandel prognostiziert für das Gesamtjahr ein Plus von 0,75 Prozent. Für das neue Jahr wird wegen der Mehrwertsteuererhöhung ebenfalls nur ein Anstieg zwischen 0,5 und 1,0 Prozent vorhergesagt.
Verstärkt nachgefragt werden nach Beobachtung des HDE inzwischen teure Artikel wie Möbel, Schmuck, Uhren und Unterhaltungselektronik. „Hier spielen offenbar Vorzieheffekte eine Rolle“, sagte Pellengahr. Damit wollen die Verbraucher die ab Januar erwarteten Preiserhöhungen wegen der auf 19 Prozent steigenden Mehrwertsteuer umgehen.
Stellt sich die Frage, ob das Plus der anderen Branchen dem Buchhandel abgenommen wurde.