„Erstaunlich, wie schnell der Preis der Leipziger Buchmesse sich etabliert hat“, findet

Martin Lüdke, für den dritten Jahrgang noch einmal Vorsitzender der Jury. Die Zeitungen verlangten schnell nach der short list, den Verlagen sei es wichtig, ihre Bücher dort einzureichen. „Vielleicht haben sich Leipzig und Frankfurt wechselseitig hochgeschaukelt“, vermutet Lüdke als Grund, dass der Preis so schnell so ein „enormes Gewicht“ erhalten habe.
„Aber das Jahr beginnt nun mal im Frühjahr“, hält Ulrich Janetzky fest, der im Literarischen Colloquium Berlin die Fäden des Wettbewerbs zusammenhält. „Der Leipziger Preis setzt Zeichen, alle Titel aus den vergangenen zwei Jahren wurden akzeptiert und waren auch erfolgreich im Verkauf“. Mehr als 700 Einsendungen erreichten das Literarische Colloquium diesmal bis zum Einsendeschluß am 30.11., bis zum 6.2. muß nun die Jury daraus eine short list von drei Titeln je Kategorie (Belletristik, Sachbuch, Übersetzung) herausfiltern.
Neu in der Jury sind Ulrich Greiner (Die ZEIT), Michael Hametner (MDR) und Uwe Justus Wenzel (Neue Zürcher Zeitung). Martin Lüdke erwartet ein „gutes Frühjahr“, allein schon die neuen Bücher von Wilhelm Genazino, Ingo Schulze, Antje Rávic Strubel und Christoph Hein könnten eine short list der Belletristik füllen; „es gibt gute Bücher sehr unterschiedlicher Autoren, Stile und Generationen“, so Lüdke. Und für ihn machen auch die drei Kategorien Sinn: „Es bereichert ja auch die Juroren, wenn sie mal in einem anderen als dem angestammten Bereich lesen, also ich als Literaturkritiker mich mit Sachbüchern beschäftige.“
Auch Sigrid Löffler erwartet eine spannende Diskussion der Juroren: „Die Prämierung wird immer schwieriger“. Auch Buchmessedirektor Oliver Zille ist mit der Resonanz auf den Preis der Leipziger Buchmesse sehr zufrieden: „Der Preis ist als große, wichtige Plattform für Literatur angenommen“. Und auch kleineren deutschsprachigen Verlagen sei es wichtig, ihre Bücher für den Preis einzusenden.
Wer beim dritten Jahrgang des Preises die Nachfolger von Ilja Trojanow (Belletristik), Franz Schuh (Sachbuch/ Essayistik) und Ragni Maria Gschwend (Übersetzung) werden, entscheidet sich am 22.3.2007. UTE GRUNDMANN
m Bild v.l.n.r.: Ulrich Janetzki (Koordinator des Preises, Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin), Sigrid Löffler (Jurymitglied, Literaturkritikerin und Chefredakteurin der Monatszeitschrift Literaturen), Oliver Zille (Direktor der Leipziger Buchmesse), Martin Lüdke (Juryvorsitzender, beim Südwestrundfunk verantwortlich für die Reihe „Literatur im Foyer“, ständiger Mitarbeiter der Frankfurter Rundschau und der Zeit) und Michael Hametner (Jurymitglied, Literaturredakteur beim MDR)