Mit dem Kauf der Buchhandlung Anna Thye schließt die Schweitzer Gruppe eine Lücke Nordwest-Deutschland. Die Buchhandlung soll so weitergeführt werden wie bisher. buchmarkt.de fragte Philipp Neie, woher Umsätze und Synergien kommen sollen.

buchmarkt.de: Herr Neie, mitten im Weihnachtsgeschäft sind Sie selbst zum Einkaufen gekommen. Warum war für Sie die Übernahme der Buchhandlung Anna Thye attraktiv und wie sieht die Firmierung jetzt aus?
Neie: Wir sprechen natürlich schon länger, das heißt konkret seit September miteinander. Anna Thye hat einen hervorragenden Ruf in ihrer Region und Frau Fritz, die Inhaberin, suchte eine Nachfolgeregelung. Es gehört zu unserem Konzept, uns nicht nur für die materiellen, sondern auch die immateriellen Werte zu interessieren und diese zu pflegen. Deswegen bleibt der traditionsreiche Name Anna Thye bestehen, auf dem Briefkopf wird dann auf die Schweitzer Buchhandelsgruppe hingewiesen.
Sie schreiben in der Pressemitteilung, dass alle Mitarbeiter übernommen werden, woher sollen die Synergien kommen?
Die Synergien entstehen dadurch, dass wir bei administrativen Tätigkeiten rationalisieren und die Mitarbeiter stärker für die Kundenpflege und für den Verkauf einsetzen. Des Weiteren ergänzen wir das Angebot durch technische Lösungen wie z.B. unsere eCommerce-Plattform und unsere eProcurement-Funktionalität. Zusammen mit unserer Buchhandlung Kamloth unter der Leitung von Jörg Pieper werden wir die Wünsche unserer Kunden im gesamten Nord-Westen bedienen können. Die Mitarbeiter werden sich demnächst treffen und miteinander besprechen, wie sie das Gebiet künftig gemeinsam bearbeiten.
Sie übernehmen auch den schöngeistigen Rahmen. Ist das ein Konzept, der sich auf die gesamte Gruppe übertragen lässt? Lehmanns macht das ja in Leipzig ähnlich, um aus der engen Nische herauszukommen und um weiteren Umsatz zu generieren.
Jede Buchhandlung hat bei uns ihr lokales Konzept. Wir fahren mit Erfolg eine Doppelmarken-Strategie, die die besonderen lokalen Stärken mit unserem Gesamtkonzept ergänzt. Im RWS-Markt verbirgt sich ein ungeheures Potential, das wir bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben. Den Produktionsrückgang im Fortsetzungsgeschäft, zum Beispiel, konnten wir im letzten Jahr durch Neuakquisen mehr wie Wettmachen und wir sind auch für das nächste Jahr gut gerüstet, so dass wir uns nicht sorgen müssen.
Die Fragen stellte Matthias Koeffler