Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik kommt es zwar zu einer Verteuerung der Transport und Logistikkosten. Aber sie fällt möglicherweise nicht so hoch aus wie erwartet.
Bisher hatten die Dienstleister Stimmung gemacht: „Bis zu 30 % Erhöhungen haben die Vertreter der Dienstleistungsbranche in der Öffentlichkeit prophezeit“, weiß der BME. Tatsächlich sei davon auszugehen, dass die Verknappung von Laderaum, gestiegene Löhne, höhere Dieselpreise und Mautgebühr führen zum ersten Mal seit Wegfall der Regulierung im Transportwesen Mitte der Neunziger Jahre zu steigenden Transportkosten führe. Deshalb hat der Verband in einer Umfrage gefragt: „Stehen wir wirklich vor einer wahren „Preisexplosion“? In welcher Höhe steigen die Preise und wie wollen die Verlader darauf reagieren? Und wie steht es in Sachen „Super-LKW“, der derzeit die Gemüter erhitzt?“, wollte er wissen.
175 Unternehmen aller Branchen mit einem Auftragsvolumen für Straßentransporte in Höhe von rund 3 Mrd. Euro haben sich an der Umfrage zur Entwicklung der Straßentransportkosten beteiligt. Klare Aussage: „Zwar planen die Verlader Preiserhöhungen ein, allerdings nicht annähernd so hoch wie von den Transportdienstleistern verkündet“, so der Verband in einer Pressemitteilung.
BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt: „Es ist keinem damit gedient, Panik zu schüren. Die Ergebnisse zeigen, dass überzogene Preisforderungen aus der Luft gegriffen sind. Über die Hälfte der Teilnehmer erwartet eine Steigerung von gerade mal bis zu 3 %.“ Realistische und moderate Abschlüsse seien nun gefragt. Insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung gelte es zu verhindern, dass weitere Teuerungen auf die Verbraucherpreise durchschlagen.
Das Ergebnis: „Die Verlader versuchen, über Maßnahmenpakete wie Zentraleinkauf von Transportleistungen, elektronische Ausschreibungen und die Forderungen nach alternativen Antriebsverfahren (Biodiesel) die Erhöhungen so gering wie möglich zu halten. Ein Viertel der Teilnehmer erwägt gar, auf Bahn und Binnenschiffe umzusteigen“, lautet ds Fazit.
Hildebrandt: „Wir wissen seit längerem, dass die Verladerschaft auch an Schienennetzen privater Eisenbahnverkehrsunternehmen interessiert ist. Der BME begrüßt die Konkurrenz zur Bahn. Nur so können Preise und die Qualität verbessert werden.“