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FAS: Verlegerin Berkéwicz auf Distanz zu neuen Mitgesellschaftern

In der Führungsetage des Suhrkamp-Verlags wird das Klima nach dem Ausstieg des Schweizer Mäzens Andreas Reinhart nicht besser [mehr…], [mehr…], meldet SPIEGEL online: „Verlegerin Ulla Berkéwicz geht in einem Interview auf Distanz zu den neuen Mitgesellschaftern. Ein Mitspracherecht komme überhaupt nicht in Frage.

Nach mehrtägigem Schweigen hat sie sich nun erstmals öffentlich über die neuen Verlags-Mitgesellschafter Hans Barlach und Claus Grossner geäußert und ist dabei gleich auf Distanz zu ihnen gegangen. „Keiner hat Mitspracherecht im Verlag“, sagte sie in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Suhrkamp-Anwälte prüften gerade, ob der Verkauf der Anteile der Schweizer Kaufmannsfamilie Reinhart an die beiden Hamburger Unternehmer überhaupt rechtmäßig sei. „In der nächsten Woche wissen wir mehr.“

Während Berkéwicz eine Zusammenarbeit bei der Programm-Konzeption kategorisch ablehnte, besteht Grossner auf einer „vernünftigen Kooperation“ mit Berkéwicz, wie er dem SPIEGEL sagte.

Berkéwicz sagte, sie habe „überhaupt nichts“ geahnt oder gewusst von dem Verkauf der Anteile an die Hamburger Unternehmer. „Wir waren in Verhandlungen mit Reinhart. Es war uns seit längerem bekannt, dass er seine Anteile verkaufen will, und die (Suhrkamp-)Stiftung sollte diese übernehmen. Wir, also die Stiftung, waren natürlich nicht bereit, Phantasiepreise zu bezahlen, sondern nur das, was die Anteile wirklich wert sind.“

Die von Barlach und Grossner erwartete Mitsprache lehnt Berkéwicz kategorisch ab: Keiner der Gesellschafter, weder Siegfried Unselds Sohn Joachim Unseld noch die Reinharts, habe jemals zu irgendeinem Zeitpunkt Einfluss aufs Programm genommen. Das sei auch gar nicht möglich. „Die Gesellschafter können lediglich die Bilanzen einsehen.“

Berkéwicz wies auch Äußerungen Reinharts, dass es dem Suhrkamp Verlag wirtschaftlich schlecht gehe, zurück. „Das stimmt überhaupt nicht. Wir haben noch nie in der Geschichte des Verlags rote Zahlen geschrieben. Allein in diesem Jahr haben wir bislang eine Umsatzsteigerung von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht.“ Zu Äußerungen Grossners, er habe von prominenten Suhrkamp-Autoren Glückwunsch-Faxe wegen seines Einstiegs bei Suhrkamp erhalten, sagte Berkéwicz: „Ich sage Ihnen, die Suhrkamp-Autoren schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Von Glückwünschen kann da bestimmt keine Rede sein.“

Bei Grossner klingt das ganz anders. Im SPIEGEL ließ er sich so vernehmen: „Wir wollen das geistige Erbe dieses traditionsreichen Hauses in die neue Zeit retten. Die Shakespeare-Dramen, die sich in der letzten Zeit bei Suhrkamp unter den Gesellschaftern und hochrangigen Mitarbeitern abspielten, haben die Geschäfte blockiert.“ Ihm, Grossner, und seinem Partner Barlach gehe es darum, wieder für eine Zusammenarbeit der Gesellschafter zu sorgen. „Die wurde ja weitgehend aufgegeben.“ Ihm sei es gelungen, den ehemaligen Chef des Berlin Verlags, Arnulf Conradi, als Berater zu gewinnen [mehr…]. „Er soll sich um das geistige System des Verlags kümmern.“ Grossner betonte, man wolle zunächst mit Berkéwicz, die sich im Verlag leider krankgemeldet habe, reden. „Man kann doch so einen Verlag nur ohne Machete-Streit führen.“

Zum gesamten Artikel: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,447951,00.html

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