Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhändler (AuB) wird am Donnerstag, den 9. November 2006, in einem Börsenblatt-Beileger die Buchhändler bundesweit dazu aufrufen, einen Forderungskatalog von sechs Punkten zu unterstützen [mehr…]. Im buchmarkt.de-Interview erläutert Hartwig Bögeholz die Aktion.

Buchmarkt.de: Herr Bögeholz, die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhandlungen hat einen großen Zulauf, warum jetzt noch eine dramatische Aktion im Börsenblatt?
Bögeholz: Wir haben zwar eine große Resonanz gefunden, doch zunächst per Bekundung. Weil derzeit entscheidende Weichen im Buchhandel gestellt werden, haben wir uns zum nächsten Schritt entschlossen: Wir wollen uns bundesweiten Rückhalt sichern. Unsere Hoffnung ist, dass sich ein paar hundert Buchhandlungen in ganz Deutschland entschließen, unsere Arbeit mitzutragen.
Und wie wollen Sie die Unterstützung nutzen?
Wir möchten Anfang nächsten Jahres eine Arbeitsgruppe aus unabhängigen Buchhändlern und Verlagen schaffen, die gemeinsam erarbeitet, wie sich unsere Kernforderungen umsetzen lassen. Dafür benötigen wir breitestmöglichen Rückhalt. Schon jetzt kann gesagt werden, dass unsere Forderungen kaum mehr verhandelbar sind – zumal wir Sortimenter es sind, die die Kosten für den Großteil der „alten Zöpfe“ tragen!
Warum? Was steht hinter Ihren Forderungen?
In anderen Branchen hat es vieles, was es im Buchhandel jetzt noch gibt, noch nie gegeben oder es ist schon längst abgeschafft worden. Wir müssen unsere Marktmacht einsetzen, um überfällige Veränderungen in der Branche zu bewirken. „Reisekonditionen“ und Partieexemplare gibt es nirgendwo, stattdessen porto- und versandkostenfreie Belieferung – das fordern wir auch für unsere Branche. Des weiteren brauchen wir Jahreskonditionen von mindestens 40 Prozent und bei Schulbüchern von mindestens 25 Prozent. Wie oft liegt der Schulbuch-Rabatt noch bei 20 oder 22,5 Prozent – es muss spürbar mehr werden. Dann hat sich gezeigt, dass die durchschnittliche Remiquote stets bei 8 bis 10 Prozent liegt, da muss auch das Remittieren einfacher werden – deshalb fordern wir eine formularfreie Remissionsquote von 10 Prozent. Außerdem muss eine verlagsübergreifende konsequente Bündelung in der Auslieferung und eine konsequente Besserstellung von DFÜ-Bestellungen Standard werden.
Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhandlungen ist bisher ein loser Verbund, soll es in Zukunft eine feste Struktur geben?
Das ist nicht unser vorrangiges Ziel, aber es kann sein, dass wir darum nicht herum kommen werden. Auch wir als unabhängige Buchhändler müssen unsere Marktmacht bündeln und einsetzen. Wie, können wir dann immer noch sehen. Mit Fantasie und Kreativität sollte es möglich sein, adäquate Modelle zu entwickeln und die Begrenzungen bestehender zu überwinden.
Wie reagieren die Verlage bisher auf Ihre Initiative?
Wir haben viel positive Resonanz bekommen. Inzwischen unterstützen uns mehr Verlage als sich an zwei Händen zeigen lässt, darunter auch namhafte. Random House konnten wir auf unserer Homepage www.aub-online.org zitieren, dass die Verlagsgruppe die Existenz des Unabhängigen Buchhandels fördert.
Die Fragen stellte Matthias Koeffler







