Das wird wohl Mode, die Grenzen der Preisbindung immer weiter auszuloten. Einen neuen Fall sendet uns eben Stephan Jaenicke (Buchhandlung Stephan Jaenicke e.K.,

Detmold) auf Grund einer Online-Werbung von Paypal für buch.de:
„Die anhängende E-Mail aus meinem Briefkasten hat mir den Samstagmorgen versüßt. Wie ist angesichts der Buchpreisbindung so etwas möglich? Selbst dann, wenn mal mal annimmt, dass die 10 % nur auf nicht preisgebundene Ware angerechnet werden, ist die Werbung doch so formuliert, dass jeder Kunde annehmen muss, es gibt 10 % auf alles.“
Der Börsenverein ist bereits informiert. Inzwischen (Sonntag 12.oo Uhr) haben uns erste Mails mit ergänzenden Infos erreicht:
Etwa mit dem Hinweis, auf „eine zwar kleine, aber immerhin sichtbare Fußnote (siehe Sternchen hinter dem Wort „Gutschein“ bei der Zeile „So einfach lösen sie Ihren Gutschein* ein“ in der Fußnote steht: * Ein Gutschein pro Auftrag einlösbar, nur für nicht preisgebundene Artikel und nicht für Bücher, Weiterverkauf nicht gestattet. Diese Fußnote findet sich zwar erst gaaaanz am Ende der mail, aber sie ist da, man muß also nicht nur „annehmen“, daß preisgebundene Artikel ausgeschlossen sind.

Also hat PayPal sich nichts vorzuwerfen, der Kunde muß eben wie überall auch das Kleingedruckte lesen (jaja, wer lesen kann, ist besser dran…) …die spannende Frage wäre jetzt, wie und ob buch.de technisch durchführt, dass der Code bei preisgebundenen Artikeln wirklich nicht greift…Ich werd’s nicht ausprobieren, da Bücher über meine Lieblingsbuchhandlung vor Ort gekauft werden und DVDs anderswo billiger sind, aber ich bin sicher, daß der BuchMarkt uns wie immer auf dem laufenden hält“.
Und Wolfgang Krutz, Unibuch Kasssel, schreibt: „Auch ich habe das Angebot von paypal bekommen, über buch.de 10% Rabatt auf preisgebundene Bücher zu erhalten. Ich habe unter einem Decknamen einen Testkauf gemacht und eine Bestellbestätigung (s. Abb.) bekommen, bei der 10% für ein preisgebundenes Buch ausgewiesen sind.
Pikanterweise begann diese Aktion am Samstag: natürlich keine Preisbindungstreuhänder zu erwischen. Und bei buch.de wird man sich dann wohl für die „Panne“ entschuldigen und einen kleinen Obolus ans Sozialwerk spenden. Ich denke, wenn der Börsenverein die Preisbindung wirklich ernsthaft verteidigen will, muss endlich ein Musterprozess geführt werden!“