In Österreichs Buchhandel ist ein Konflikt ums Discountgeschäft entbrannt, berichtet Verena Kainrath heute ausführlich im österreichischen „Standard“. Die Wirtschaftskammer hat Libro verklagt und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Grund: Libro wirbt für günstige Bücher – und das ist verboten. Die Kette hingegen wehrt sich.
Die Kammer fürchtet eine Unterlaufung der Buchpreisbindung. Sie hat am Handelsgericht Wiener Neustadt Klage gegen die Kette eingereicht und mit Oktober eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das bestätigte Michael Kernstock, WKÖ-Obmann der Buch- und Medienwirtschaft, dem „Standard“.
Buchhändler dürfen zwar Rabatte bis maximal fünf Prozent geben. Jede Form der Bewerbung ist aber untersagt. Libro habe laut Kernstock mehrere Abmahnungen ignoriert. Die Sorge der Branche: Sollte es nicht gelingen, Libro in die Schranken zu weisen, ziehen weitere große Anbieter nach. „Und das hat Folgen auf andere Händler, denn es gehen Umsätze verloren“, sagt Andreas Tarbuk, Vorsitzender des Buchhändler-Verbands.
Libro betreibt in Österreich 222 Filialen wehrt sich nun ihrerseits und hat gegen die einstweilige Verfügung Einspruch erhoben, sagt Geschäftsführer Werner Weber. „Dieses Werbeverbot benachteiligt uns klar gegenüber klassischen Einzelhändlern.“
Doch im Visier ist nicht nur Libro. Die Branche hat im Frühjahr gegen vier Filialen der Wiener Buchlandung mobil gemacht. Die Kammer warf dem Discounter vor, nicht nur ältere und mangelhafte Bücher, sondern auch neue Titel zu verramschen. Der Gerichtsstreit endete jetzt in einer außergerichtlichen Einigung, erfuhr der „Standard“. Buchlandung darf künftig nur Titel, die älter als zwei Jahre oder „zufällig“ beschädigt sind, günstiger verkaufen. Allein ein Eselsohr oder ein roter Mängelstempel sind zu wenig.