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Die zehn besten Krimis im November

Im November hat die Jury der KrimiWelt-Bestenliste Paulus Hochgatterers Roman „Die Süße des Lebens“ zum besten Krimi des Monats gewählt.

Schauen Sie mal rein, der österreichische Romancier hat ein spannendes Cross-over zwischen psychologischem Roman, Sozialporträt einer fiktiven Kleinstadt und bedrängender Studie zu fortschwärender Aggression geschrieben.

Dass John le Carré mit seinem jüngsten Buch „Geheime Melodie“ auf der KrimiWelt-Bestenliste landen würde, war vorauszusehen. Vielleicht nehmen Sie dieses erwartete Erscheinen zum Anlaß, auch einmal Robert Littells subtilen Spionageroman „Die kalte Legende“ anzuschauen. Le Carrés amerikanischer Kollege schreibt vergleichbar gut und bösartig, ist aber lange nicht so bekannt geworden. Sein Sohn Johnatan Littell erregt mit seinem Roman „Les Bienveillantes“ gerade die französiche Literaturszene.

Monatlich wählen achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie viele Leser wünschen.

Die November-Liste der KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio wird heute in der Literarischen Welt, der Literaturbeilage der Tageszeitung DIE WELT, in den Literatursendungen des NordWestRadios (live mit Jurysprecher Tobias Gohlis) sowie unter www.arte.tv/Krimiwelt mit Kommentaren von Tobias Gohlis, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Informationen zu Büchern und Autoren vorgestellt.

Die November-Bestenliste:

1. (3) Paulus Hochgatterer: Die Süße des Lebens. Deuticke
Furth am See: Seinesgleichen geschieht. Psychiater Horn und Kommissar Kovacs stochern in der verrückten Welt. Eine kleine Stadt in Austria. Opas Kopf zermalmt, dem Kind die Beine gebrochen, ein Mädchen kann nicht mehr sprechen. Sie stochern. Die Welt ist, wie ihr Berufsblick sie zeigt: verrückt.

2. (1) Robert Littell: Die kalte Legende. Scherz
New York/Prag/London/Qiryat Arba/Moskau: Martin Odum hat als CIA-Agent so viele Legenden gelebt, dass er seiner selbst nicht mehr gewiss ist. Seine Suche nach einem durchgebrannten russischen Ehemann öffnet ein Kapitel Destruktionsgeschichte. Ein Meisterwerk des Agententhrillers nach dem Kalten Krieg: Wettlauf zwischen CIA und Wahrheit.

3. (-) John le Carré: Geheime Melodie. List
London/Nordseeinsel: Stardolmetscher Bruno Salvador – Vater Missionar, Mutter aus Kivu (Ostkongo) – übersetzt seltene afrikanische Sprachen. Ein Bastard, wie er bei le Carré fast immer im Buche steht. Als ihm ein Komplott gegen Kivu bekannt wird, schlagen sein weißes und sein schwarzes Menschenherz. Altmeisterliche Antiglobalisierungssatire im Geheimdienstgewand.

4. (6) Frank Göhre: Zappas letzter Hit. Pendragon
Hamburg: Zappa, der St.Pauli-Killer, hat seine Frau und sich im Knast getötet. Immer noch lose Fäden. Tochter Julie will Rache. Am Kiez kommen die Biker ran. Die Ermittler von damals geben keine Ruhe. Endlich hat Göhre seine Kiez-Trilogie fortgesetzt: Leidenschaft und Härte.

5. (5) Louise Welsh: Der Kugeltrick. Kunstmann
Glasgow/London/Berlin: Zwei Männer sind tot und William Wilson, Mentalist und Illusionist, hat das Beweisstück, hinter dem der Mörder her ist. Verfolgungsjagd mit Falle, Untergang und Rettung eines schuldgeplagten Zauberers, schottische Täuschung –all dies zauberhaft elegant erzählt.

6. (7) Pete Dexter: Train. Liebeskind
Los Angeles nach dem Krieg: Train, schwarz, jung, vorsichtig, ist Caddie. Im kleinen Finger hat er mehr Golf als die, denen er das Bag schleppt. Mr. Packard, reicher Detective, kommt herüber zum Schwarzen. Roman über das Recht des großen Talents, den alltäglichen Rassismus und das, was wichtig ist: Mord ist es nicht. Kein Wort zu viel.

7. (4) Friedrich Ani: Idylle der Hyänen. Zsolnay
München: Mutter erhängt, Kind verschleppt. Schriftsteller Seiler ist verdächtig. Doch der hat jemand anderen getötet. Was ist Töten? Kommissar Polonius Fischer, ehemals Mönch, ist die starke Figur in Friedrich Anis philosophischem Kriminalroman. Beginn einer neuen großen Romanreihe.

8. (2) Michael Robotham: Amnesie. Goldmann
London: Detective Inspector Ruiz wird aus der Themse gezogen. Ihm fehlen Ehering, der dazugehörende Finger und die Erinnerung. Robotham macht überaus spannend und fintenreich die Floskel erneut wahr: Nichts scheint, wie es ist – und in diesem vertrackten Fall von Kindesentführung sogar zwei Mal.

9. (-) Norbert Horst: Blutskizzen. Goldmann
Irgendwo in NRW: KHK Kirchenberg und Kollegen suchen den Serientäter, der alte Männer nackt, gefesselt, erstickt in Müllcontainer legt. Authentisch: Horst, selbst Kriminalhauptkommissar, bringt Ermittlungsalltag lakonisch und hautnah. Zwischen Hoffnung und Irrtum: vom Mörder gibt es nur Skizzen.

10. (-) Michael Connelly: Vergessene Stimmen. Heyne
Los Angeles: Als 17 Jahre nach ihrem Tod neue DNS-Spuren auftauchen, ist der Mord an Rebecca Lost kein „Kalter Fall“ mehr. Harry Bosch, Ex-Mordermittler des LAPD, wird reaktiviert. Seine Mission: den Opfern eine Stimme geben, die Schuldigen fassen. Harte Detektivarbeit, nach dem 11. September.

Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

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