Der polnische Historiker und Politiker Bronislaw Geremek erhält den diesjährigen Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung. Laudator Hans-Dietrich Genscher überreicht den Hauptpreis an den Historiker. Den Marion Dönhoff Förderpreis erhält die Kinderhilfe Afghanistan. Die Arbeit dieser Organisation wird Anne Will in einer Laudatio würdigen.
Der Preis wird in diesem Jahr zum vierten Mal von DIE ZEIT, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und die Marion Dönhoff Stiftung vergeben am 3. Dezember 2006 zum vierten Mal den im Sinne der Gräfin Dönhoff an „Menschen, die wissen, worum es geht“.
Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Geremek war von 1997 bis 2000 Außenminister Polens und erhält den Preis für seine Rolle in der demokratischen Opposition in Polen. Er hat bei der Vorbereitung des friedlichen Systemwechsels eine wesentliche Rolle gespielt. „Geremek hat sich stets dem europäischen Gedanken verpflichtet und als Außenpolitiker das Ziel verfolgt, Polen in die euro-atlantischen Strukturen zu integrieren“, heißt es in der Begründung der Jury.
Als Autor ist Geremek bisher auch auf dem deutschen Buchmarkt vertreten. Er schrieb das Nachwort im C.H.Beck-Titel Revolution und Kirche von Hans Maier.
Der Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Verständigung und Versöhnung ist mit mit 10.000 Euro dotiert. Die Privatinitiative der Familie Erös errichtet, betreibt und unterstützt mit Hilfe afghanischer Mitarbeiter in den Ostprovinzen Afghanistans und in den grenznahen Flüchtlingslagern Friedensschulen, Mutter-Kind-Kliniken und Gesundheitsstationen. Theo Sommer, Sprecher der Jury: „Die Kinderhilfe Afghanistan erhält den Preis für ihr herausragendes ziviles Engagement in dem kriegsgeplagten Land.“