Bahnt sich eine neuer Streit um die Mehrwertsteuer an? Eine Studie der Frankfurt Group zeigt: Die Mehrwertsteuerregelung in Deutschland benachteiligt die Wissenschaftler. Noch des Buchhändlers Freud: Bücherlesen ist vom Standpunkt der Mehrwertsteuer gesehen billiger als das Lesen am Bildschirm.
Denn: In Deutschland gilt für gedruckte Publikationen ein niedriger Steuersatz von 7 Prozent, um die Verbreitung der für Wissenschaft und Information unentbehrlichen Werke zu erleichtern, während elektronische Publikationen mit 16 Prozent besteuert werden.
Die Untersuchgung kommt zum Schluss: „Die Mehrwertsteuer behindert den Übergang zur elektronischen Information. Die hohen Kosten für elektronische Medien zwingen deutsche Bibliotheken, beim Druckmedium zu bleiben“ erklärte Hans Geleijnse, der neue Vorsitzende der Frankfurt Group. „Der Umstieg von gedruckten auf elektronische Medien erfolgt in den skandinavischen Ländern Dänemark und Schweden viel schneller und umfassender. Dort spielt die Mehrwertsteuer keine Rolle, weil sie am Ende des Jahres rückerstattet wird.“
Mehrwertsteuer verschlechtert Konkurrenzfähigkeit. „Die ungünstige Regelung in Deutschland und anderen Ländern Europas verschlechtert nicht nur die Informationsversorgung. Sie stellt auch einen großen Nachteil für die Forschung und die wirtschaftliche Entwicklung dar,“ warnte deshalb Michael Mabe, der Sekretär der Frankfurt Group. „In den USA bedeutet die Nullsteuer für elektronische Publikationen dagegen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil für Forschung und Ausbildung.“







