Die Paderborner Buchhandlung Linnemann (Slogan: „Mehr als Bücher“ ) ist als einer von vier Finalisten für den HandelsInnovationsPreis in Berlin nominiert worden [mehr…]. buchmarkt.de stellte DREI FRAGEN AN Antonius Linnemann (auf dem Foto im Vordergrund) zu seinem Erfolg.

buchmarkt.de: Wie haben Sie die Nachricht von der Nominierung aufgenommen?
Antonius Linnemann: Eigentlich hatten wir in diesem Jahr das Ziel „Buchhandlung des Jahres“ zu werden. Deshalb war die Freude sehr groß, dass wir nunmehr als Finalist zum HandelsInnovations-Preis in Berlin nominiert worden sind.
Warum glauben Sie, hat man ausgerechnet Ihr Konzept nominiert? Was ist das Geheimnis Ihrer Ladens?
Eigentlich müßte diese Frage an die Jury gestellt werden. Wir glauben, dass wir nominiert worden sind, weil die Anziehung unserer Buchhandlung nicht allein über das Produkt Buch erfolgt, sondern über den Mehrwert, den wir bieten, um damit eine positive und sinnliche Wahrnehmung des Ladens seitens des Kunden zu erreichen. Wer zu unskommt erwartet keine Bedarfsdeckung, sondern ein Erlebnis. Eine Buchhandlung als Erlebnisbühne. Ein Service mit Gefühl.
Wenn Sie mich nach unserem Geheimnis fragen: Selbstverständlich ist der Mitarbeiter bei uns der Erfolgsfaktor Nr. 1. Darüber hinaus heißt unser Marktauftritt „Kommunikation“. Dabei steht der Kunde als Mensch im Mittelpunkt der Begegnung. Wir zielen mit unserem Marketing auf die Vermittlung eines positiven Lebensgefühls und möchten, dass sich der Kunde noch am Abend an die Begegnung mit uns erinnert. Und schließlichhaben wir festgestellt: Allein durch das Visuelle wird man zwar sehr schnell beeinflußt, ebenso schnell kann man sich auch sattsehen. Das „Innere“, das, was ein Unternehmen letztendlich ausmacht und die Anziehung bewirkt, kann man jedoch nur durch Erfahrung mit allen Sinnen erleben.
Was meint die Jury damit, die Gesetze des Buchhandels gebrochen – ist Kundenorientierung so „schlimm“?
Begonnen haben wir seinerzeit mit einer Buchhandlung in der 3. Etage eines Kaufhauses, das damals von Branchenbetriebsberatern als unmöglich abgelehnt wurde. Wir haben immer markt- und käuferorientiert gedacht und gehandelt und die Buchhandlung nicht als Kulturdenkmal, sondern als Dienstleistungsbetrieb gesehen. Unsere wichtigste Aufgabe war es in Innovation zu investieren, um die Zukunft zu sichern. Wir hatten bereits Nudeln im Angebot zu einer Zeit, als die Branche Nonbooks noch ablehnte. Für uns war es immer selbstverständlich auch mit Kunden zur Cebit-Messe und Boot-Ausstellung zu fahren und nicht allein zur Frankfurter Buchmesse.
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz