Wer auch immer dieser Tage das Verlagshaus von Langenscheidt in der Mies-van-der-Rohe-Strasse im Münchner Norden betritt, spürt, dass ein Flirren in der Luft liegt.

Überall wird, nicht nur wegen der anstehenden Buchmesse, wie wild hantiert, gewerkelt und, sicherlich rechtzeitig, zu Ende gebracht, was das ganze Jahr über schon ansteht. Denn exakt am 1. Oktober 2006, so die Eintragung ins Handelsregister von 1856, ist der Langenscheidt Verlag 150 Jahre alt und damit eines der ältesten deutschen Verlagshäuser überhaupt.
Und so hat der Verlag zu seinen Jubiläum vor allem dafür gesorgt, dass der Buchhandel und die Leser kräftig feiern können. Gerade ist nämlich die „Umtausch-Aktion“ für Wörterbücher angelaufen: Für jedes alte Wörterbuch (egal aus welchem Verlag) gibt es vom Buchhandel eine Gutschrift von bis zu 3,- Euro, wenn der Kunde ein neues Langenscheidt-Wörterbuch kauft.
Derweil geben sich im Haus Fernsehteams, Fotoreporter und Journalisten der schreibenden Zunft geben sich die Klinke in die Hand. Die einen kommen von einem

Interview mit dem Verleger Andreas Langenscheidt, die anderen aus dem Archiv, in dem die letzten Szenen für den Jubiläums-Kinderfilm „Wie kommt das Wort ins Wörterbuch“ gedreht wurde. Der Hörfunkjournalist Dieter Mayer-Simeth hat aus dem Reisetagebuch (1849-1850) des Verlagsgründers Gustav Langenscheidt mit dem Schauspieler Paul Herwig eine Hörbuchfassung produziert, die es als CD oder zum kostenlosen Herunterladen unter www.langenscheidt.de gibt. Drei Studenten der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen haben den Langenscheidt Slogan „… weil Sprachen verbinden“ in thematische Kurzfilme verwandelt, die es als DVD gibt und die auf Frankfurter Buchmesse im Film Forum zu sehen sein werden.
Seit August ist die gesamte Geschichte des Hauses Langenscheidt in einem Buch nachzulesen – die Langenscheidt Verlagschronik 1856-2006. Und zur Buchmesse wird eine aktuelle Zeitschrift das Innenleben von „Wortjägern“, „Sprachschätzen“ und „multimedialen Talenten“ beleuchten. Neben den monatlichen Aktionen im und für den Buchhandel schickt der Verlag auf der Buchmesse vier ganz und gar „lebendige Wörterbücher“ auf das Gelände, die Lose verteilen, mit dem das bildungshungrige Publikum 150 Wörterbücher in der Stunde (!) gewinnen kann.
Haben wir was vergessen? Ach ja, da gibt es dann noch die Ausstellung zum Thema Sprache, Ende Oktober, im Haus der Kunst in München. „An all den anderen Dingen“, so Langenscheidt-Pressesprecher Bernhard Kellner, „arbeiten wir gerade.“
„Die gute Botschaft ist: Langenscheidt ist ganz schön lebendig!“, resümiert Verlagsleiter Rolf Müller.







