„Not macht erfinderisch“, so leitet Dirk Rumberg, Leiter Neue Produkte der Süddeutchen Zeitung www.sueddeutsche.de, seinen Vortrag Line Extenions am 15. November auf der Tagung Zusatzgeschäfte für Verlage in Köln ein. Die Veranstaltung des Euroforums www.euroforum.com mit dem Untertitel „Diversifikationsstrategien der Print-Branche!“ präsentiert an zwei Tagen „Strategien und Zukunkftsvisionen von Verlagen“, „Marketing“ und „Realisierung von Zusatzgeschäften“, „Brand Extensions“ und verschiedene „Diversifikationsmodelle“. Dies alles gilt natürlich in erster Linie für die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, die auch den grössten Teil der Referent(inn)en stellen.
Natürlich weiss inzwischen kein Mensch mehr, welche Zeitung oder Zeitschrift sich mit welcher „Buch-„, „Sonder-„, „Musik-„, „Klassik-„, „DVD-„, „Hörbuch-„, „Kinderbuch-„, „Wissens-“ oder „Comic-“ Edition schmückt, aber das spielt auch keine Rolle mehr. Viel wichtiger ist hingegen, dass die Zeitungs- und Zeitschriften-Verlage ihr Medium und die Stärken ihrer Medien (Reichweite, Werbemöglichkeiten, Markencharakter, Abonnenten usw.) erkannt haben und für sich nutzen. Wie lange diese „Bibliothekswelle“, die erst von den Buchverlagen ermöglicht wurde, noch schwappt, steht in den Sternen. Auch hier ist „Erfolg“ wohl relativ. Angesichts der zunehmenden Konzentration im stationären Buchhandel wären die Buchverlage allerdings nicht schlecht beraten, ihren Dornröschenschlaf abzuschütteln und eigene „Diversifikationsmodelle“ auf den Weg zu bringen. Auch das Buch als Medium besitzt wesenseigene Stärken, deren wir uns nur erinnern müssen und die es zu nutzen gilt. Mal ganz abgesehen von Reichweiten, die Bestseller-Bücher erreichen, die nachgedruckt werden müssen und irgendwann ins Taschenbuch gehen. Die Substanzen, die Inhalte sind ohnehin vorhanden, sie sinnvoll, über das reine Buch hinaus zu nutzen wäre ein erster Ansatz.
Zu lernen gäbe es am 15. und 16.11. in Köln also genug, wobei die Teilnahmegebühr von knapp 1700,- Euro allerdings auch gut ein weiteres, neues „Diversifikationsmodell“ der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sein könnte. Aber wer weiss das schon … STEFAN BECHT stefan@stefanbecht.de