Tatsächlich hat es eine Buchpreisbindung in der französischsprachigen Westschweiz nie gegeben. Dennoch haben sich die Buchhändler über Jahre in einer Art „gentlemen agreement“ an die vom Verlag vorgegebenen Preise gehalten – bis die große französische Kette FNAC kam und diese Absprache durchbrach. Seitdem haben über 40 Buchhanldungen geschlossen, die Preise für Bücher sind im durchschnitt um 20 – bis 30 Prozent höher als in Frankreich. Weshalb viele in Frankreich einkaufen.
Das sollte man wissen, bevor man diesen auch für deutsche Verhältnisse durchaus spannenden Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) liest. Die NZZ steht der Preisbindung kritisch gegenüber.
Unter dem Titel „Welscher Blues“ beschreibt Christophe Büchi das langsame Sterben der Buchhanldungen in der Westschweiz durch das Eindringen großer Ketten, die die Preisabsprachen ignorierten. Das Fazit von Sylviane Friederich, Präsidentin von Asdel, der buchhändlerischen Branchenvertretung in der Westschweiz: Nicht Einheitspreise, aber Obergrenzen für Preise und bei den Rabatten.