Fünf Jahre in Folge hat die Ravensburger Gruppe ihr Geschäft stetig verbessert, wie sie auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Stuttgart bekannt gab: Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von 287,7 Mio Euro und steigerte ihr konsolidiertes Jahresergebnis um 2,8 Mio Euro auf 29,1 Mio Euro. Dies entspricht einer Umsatzrendite von 10,1 Prozent nach Steuern.
Der Anstieg wurde allerdings wesentlich begünstigt durch Sondereffekte. Das Unternehmen löste im abgelaufenen Geschäftsjahr frühere Rückstellungen teilweise auf, gleichzeitig waren deutlich weniger neue Rückstellungen erforderlich. Ohne diese Effekte blieb das Ergebnis des operativen Geschäfts stabil auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Beim Umsatz legte die schwäbische Unternehmensgruppe leicht zu: Nach einem kräftigen Sprung von 8,6 Prozent in 2004 steigerte sie sich in 2005 im Kerngeschäft (bereinigt um die inzwischen veräußerte Film- und Fernsehbeteiligung RTV) um 1,2 Prozent.
„An dieser Umsatzsteigerung haben sowohl unsere Dachmarke als auch unsere Produktmarken einen wesentlichen Anteil“, sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt. „Zum einen stieg der Umsatz mit dem blauen Dreieck stärker als der des Gesamtprogramms. Zum anderen verkauften sich unsere Produktmarken, die wir unter dem Markendach Ravensburger überarbeitet und neu aufgebaut haben, hervorragend.“ Beispiele wie „Malen nach Zahlen®“, „puzzleball®“, „Mandala-Designer®“ und „Wieso? Wehalb? Warum? ®“ erreichten laut Schmidt in 2005 Absatzzahlen jeweils über der Millionengrenze.
Der größte Ravensburger Geschäftsbereich – Spiele, Puzzles, Beschäftigung – legte im Umsatz leicht zu: Nach 8,5 Prozent Wachstum im Vorjahr verbesserte sich der Geschäftsbereich in 2005 um 0,5 Prozent auf 233,5 Mio Euro Umsatz. „Damit zählen wir zu den wenigen Gewinnern der Spielwarenbranche“, sagte Vorstandssprecher Schmidt. Er wies darauf hin, dass Ravensburger – unter anderem wegen auslaufender Vertriebslizenzen im Ausland – Umsatzverluste von sechs Millionen Euro im letzten Jahr zu kompensieren hatte. Dies ermöglichten vor allem die verkaufsstarken Kreativ- und Malprodukte des Verlags. Mit jungen Produktmarken wie „Mandala-Designer®“ und einer grundlegenden Überarbeitung der Klassiker-Marke „Malen nach Zahlen®“ ist das Unternehmen nach eigenen Angaben jetzt nicht nur bei Puzzles, sondern auch bei Beschäftigungsprodukten Marktführer in Europa.
Die höchste Steigerung erreichte man im Bereich Kinder- und Jugendbücher: Ravensburger erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr mit Kinder- und Jugendbüchern 46,9 Mio Euro Umsatz, eine Steigerung um 5,2 Prozent zum Vorjahr. Damit hat das Unternehmen seine Marktführung ausgebaut. Das Wachstum des Ravensburger Geschäftsbereiches beruhe weder auf einzelnen Produkten, noch auf Segmenten, sondern ziehe sich quer durch das gesamte Programm. Am stärksten habe jedoch die Kindersachbuch-Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ zum Wachstum beigetragen. Seit Markteinführung hat Ravensburger von diesen Büchern acht Millionen Exemplare verkauft.
Das Ravensburger Spieleland erreichte trotz des regnerischen und kühlen Sommerwetters in 2005 mit 310.000 Gästen knapp die Besucherzahlen des Vorjahres – ein Rückgang um 3,1 Prozent. Der Umsatz verringerte sich dagegen um 1,4 Prozent auf 5,4 Mio Euro. In der kommenden Saison rechnet das Spieleland mit Wachstum: Der Freizeitpark hat 2,3 Mio Euro in eine 400 Meter lange Wildwasserfahrt investiert, sein bislang größtes Einzelprojekt. Übernachtungsmöglichkeiten sollen die Attraktivität des Parks ab 2007 weiter steigern.
Der Ravensburger Freizeit- und Promotion-Service, ein auf Events und Freizeitkonzepte spezialisierter Dienstleister und Teil des Geschäftsbereichs, steigerte seinen Umsatz vom Vorjahr um 1,3 Prozent auf 2,7 Mio Euro in 2005.