Eigentlich sei er preismüde, hatte Peter Handke im Auftrag seiner Verlages Suhrkamp Anfang letzten Jahres verlauten lassen [mehr…]. Jetzt bekommt er den rennomierten Heinirch-Heine-Preis verliehen, wie die Stadt Düsseldorf auf ihrer Internetseite mitteilt.
Im 150. Jahr des Dichters, auf dem sich der Preis bezieht, erhält ihn ein durchaus umstrittener Autor. Angeblich traf die Jury ihre Entscheidung bereits in einer Sitzung am Samstag, 20. Mai. Sie begründete ihr Votum wie folgt: „Eigensinnig wie Heinrich Heine verfolgt Peter Handke in seinem Werk seinen Weg zu einer offenen Wahrheit. Den poetischen Blick auf die Welt setzt er rücksichtslos gegen die veröffentlichte Meinung und deren Rituale.“
Laut Satzung werde der Preis „an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten“.
Der Berliner Tagesspiegel weiß, dass nicht alle Jury-Mitglieder mit der Preisvergabe glücklich sind. Für den Autor hat wohl vor allem Siegrid Löffler getrommelt. Weiter spekuliert das Blatt, dass Handke das Preisgeld von 50000 Euro zur rechten Zeit komme, er sei wohl etwas klamm…
Die Netzzeitung berichtet indes von weitreichender Kritik, die diese Preisverleihung auslöst. In der Politik: „Ich halte die Entscheidung für sehr problematisch. Man beleidigt damit die vielen Toten“, sagte der EU-Beauftragte für Südosteuropa und ehemalige österreichische Vizekanzler Erhard Busek der „Rheinischen Post“. Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), sowie der Vorsitzende des Kulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), äußerten sich kritisch.
Verteidigt wird die Entscheidung von Alice Schwarzer „Handkes Mut hätte Heine vermutlich beeindruckt“, soll sie gesagt haben. Vor Handke haben Autoren wie Elfriede Jelinek und Wolfgang Biermann den Preis bekommen