Erstmals äußert sich Georg Naujoks zur Insolvenz von Mediasales [mehr…], [mehr…]. Dabei übernimmt er die Verantwortung für die Insolvenz.
„Leider waren wir, oder sagen wir besser, ich, nicht in der Lage, die Dinge umzusetzen, die wir eigentlich vorhatten, und die Buchhandlungen waren bereits vorher stark defizitär. Zwei der Buchhandlungen wären bereits bei der letzten Insolvenz geschlossen worden, wenn wir nicht eine Vision davon gehabt hätten, die Dinge tatsächlich wieder in Schwung zu bringen. Natürlich gibt es viele Faktoren, aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die alles auf andere, oder die bösen Banken schieben.
Ich selbst bin an dieser Aufgabe gescheitert. Ein paar Mitarbeiter und ich haben einfach alles Menschenmögliche versucht und haben in den letzten Wochen schlicht und einfach gearbeitet wie die „Blöden“. Und alle, die mich kennen, haben bis zuletzt mitgezogen, weil Sie wissen, daß ich privat in den letzten 16 Jahren monatlich weniger Geld von der Firma bezogen habe, als der schlechtest-verdienende Angestellte, auch wenn Sie es nicht glauben.“
Offenbar hat Naujoks bis zuletzt um sein Unternehmen gekämpft. Möglicherweise stand Naujoks vor größeren Altforderungen bei der Übernahme von insolventen Firmen als ihm das vorher mitgeteilt worden war. Außerdem haben die neuen Eigenkapitalrichtlinien von Basel II notwendige Investitionen verhindert.
Naujoks zu gegen ihn erhobenen Vorwürfen: „Betreffs der Lieferanten: Wir haben uns schon seit langem auf Libri konzentriert. Es tut mir auch zusätzlich sehr Leid, dass ich diejenigen, die wirklich den Mut hatten, uns da entgegenzukommen, enttäuscht habe. Aber bei uns sind die Lieferanten seit Jahren so sensibilisiert, dass es hoffentlich keinen Lieferanten geben wird, der einen nachhaltigen Schaden erleidet. Im Gegenteil, bei der Übernahme der insolventen Buchhandlungen haben uns einige Lieferanten gezwungen, Altrechnungen zu übernehmen, damit die Belieferung wieder aufgenommen wird. Auch dies war ein nicht kalkulierter Posten. Aber egal, mein Fehler, dies nicht in ganzem Umfang bedacht zu haben.
Im Übrigen waren immer alle Beteiligten, sowohl Lieferanten, als auch die Verkäufer der Buchhandlungen und die Mitarbeiter (VOR der Übernahme) darüber informiert, dass wir keine Gruppe sind, die eine „Kriegskasse“ für Übernahmen hat, sondern dass wir nur durch eigene Leistung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit es würden schaffen können.“