Der österreichische Ableger der deutschen Buchhandelskette Thalia baut ihr Filialnetz in Österreich aus, melden heute die „Oberösterreichischen Nachrichten“. Mit neun neuen Standpunkten in den Bundesländern seit 2005 und einem zweistelligen Umsatzwachstum will Thalia die Karten am heimischen Buchmarkt neu verteilen – weitere Akquisitionen inbegriffen, berichtet das Blatt mit Berufung auf das „Wirtschaftsblatt“ in seiner heute erschienenen Donnerstags-Ausgabe.
2007 ist der Einstieg in Graz mit zwei Märkten geplant, in Innsbruck sei man auf Standortsuche. Kaufverhandlungen an mehreren Standorten seien bereits am Laufen. Mit dem Konzept Erlebniswelt – Bücherverkauf neben Cafés und Leseecken – wolle man den Buchmarkt aufrollen, erklärte Thalia-Geschäftsführer Josef Pretzl.
Leykam-Chef Karl Edler sieht vor allem beim Vordringen in das Innenstadtgeschäft einen harten Konkurrenzkampf voraus. Morawa-Chef Gerald Schantin wiederum setzt laut Aussage des Blattes auf Beschwichtigung und wird so zitiert: „Österreichs Buchhandel basiert auf alteingesessenen Familienunternehmen. Die lassen sich nicht so schnell niederwalzen.“ Die Alteingesessenen würden selbst einen Ausbau ihres Filialenportfolios planen.
Thalia hat machte im Vorjahr 80 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt in Österreich 600 Mitarbeiter. Insgesamt setzten Österreichs 1.500 Buchhändler im Vorjahr rund 811 Millionen Euro um. Thalia ist mit 26 Standorten bereits die heimische Nummer eins, gefolgt vom Traditionsunternehmen Morawa mit 20 Märkten. Tyrolia hält 17 Geschäfte, Leykam elf. Die deutsche A&M-Gruppe zählt 30 Filialen.