Mit der Präsentation einer Werkauswahl in der Deutschen Bücherei Leipzig würdigt Die Deutsche Bibliothek die Kosmopolitin Erna Pinner (1890 – 1987). Sie war als Bühnenbildnerin, Puppenmacherin und Buchillustratorin tätig und verkörperte in den 20er-Jahren den Typ der „neuen Frau“.
Unter den Ausstellungsstücken ragt die Nachbildung einer Pinner Puppe heraus. Schon 1914 hatte Erna Pinner mit der Herstellung fast lebensgroßer Grotesk-Puppen und dekorativer Pierrots begonnen, die sie berühmt machten. Nach heutigem Wissensstand ist keine dieser Originalpuppen erhalten. Mit Unterstützung der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst- und Kulturpflege in Frankfurt am Main konnte eine Pierrot-Puppe Erna Pinners nachgebildet werden.
1890 als Tochter einer großbürgerlich-jüdischen Familie begann Erna Pinner mit 16 Jahren ihre Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut in ihrer Geburtsstadt Frankfurt am Main. Nach Stationen bei Lovis Corinth in Berlin und Felix Valloton sowie Maurice Denis in Paris kehrte sie kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges nach Frankfurt zurück. Im Winter 1916/17 lernte Erna Pinner den Darmstädter Schriftsteller Kasimir Edschmid kennen. Mit dem Vertreter des literarischen Expressionismus sollte sie eine lebenslange Freundschaft verbinden. Sie selbst trat 1919 der Darmstädter Sezession bei und war schon bei deren erster Ausstellung vertreten.
Die Ausstellung von Barbara Weidle in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Exilarchiv 1933 – 1945 der Deutschen Bibliothek läuft noch bis zum 29. April. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 22 Uhr, Samstag von 9 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen sowie vom 14. bis 17. April 2006 geschlossen. Weitere Infos unter Link(www.ddb.de/aktuell/presse/pressemitt_pinner_2.htm).