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Berlin: Leben und Werk von Petr Ginz

Ähnlich wie Anne Frank und Victor Klemperer hat auch Petr Ginz Tagebuch geführt. Aber erst vor kurzem wurde man auf den ebenso literarisch wie künstlerisch begabten Prager Jungen aufmerksam, der 1942 mit vierzehn Jahren nach Theresienstadt deportiert und zwei Jahre später in Auschwitz ermordet wurde.

Den Anstoß dazu gab ein Unglück: die Katastrophe der Raumfähre Columbia vor drei Jahren. Als Symbol für die Schoa hatte der erste israelische Astronaut, Ilan Ramon, eine Kopie von Petr Ginz’ Zeichnung „Mondlandschaft“ aus dem Museum Yad Vashem mit an Bord der Raumfähre Columbia genommen. Das Bild zeigt die Erde, wie der Junge sie sich vom Mond aus betrachtet vorstellte. Nach dem Unglück ging auch Petr Ginz’ Name um die Welt und so erfuhr seine jüngere Schwester Chava Pressburger, dass man die Tagebücher ihres Bruders entdeckt hatte. Jahrelang hatten die Aufzeichnungen unbeachtet auf einem Prager Dachboden gelegen. Die 76-Jährige, die heute als erfolgreiche Malerin in Israel lebt, hat nun dafür gesorgt, dass das „Prager Tagebuch“ ihres Bruders veröffentlicht wird. Als erste Übersetzung aus dem Tschechischen erschien die deutsche Ausgabe im Berlin Verlag.

Chava Pressburger (l.) und Elisabeth Ruge

Das Buch sei nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche ein einzigartiges Zeugnis, das Einblick in das unfassbare Geschehen gebe und doch keine Resignation erkennen lasse, so Verlegerin Elisabeth Ruge bei der Buchpräsentation in Berlin. Schon 9- bis 10-jährige Kinder könnten das Buch gemeinsam mit ihren Eltern lesen. Elisabeth Ruge empfahl auch Schulklassen den Besuch der Ausstellung, die der Berlin Verlag zum Leben und Werk von Petr Ginz zusammengestellt hat. Noch bis zum 5. Mai werden in der Galerie des Tschechischen Zentrums Berlin Zeichnungen, Bilder und Texte vorgestellt sowie die Zeitschrift „Vedem“, die Petr Ginz zusammen mit Freunden in Theresienstadt herausgab. Anschließend soll die Ausstellung auf Wanderschaft gehen. Informationen dazu gibt es bei Meike Blatnik, E.Mail: m.blatnik@berlinverlag.de.

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