
So langsam sehen auch die lit.COLOGNE Macher etwas blass aus. Erfolg hin oder her. Das Adrenalin scheint den dauerhaften Schlafmangel nicht mehr wettmachen zu können. Immerhin gönnte sich Werner Köhler zwei Stunden außerhalb des Hotels. Mit Iris Berben und Roger Willemsen entschwanden die am Abend zuvor sich selbst schon als Trio Infernal ausrufenden Promis zu einem gemeinsamen Mittagessen in die Stadt. Bestens gelaunt kamen sie zurück. Das Ergebnis: Willemsen ebenso wie die Berben, die am heutigen Tag noch in Amsterdam dreht, kommen eigens für die lit.COLOGNE Abschiedsparty nochmals zurück an den Rhein. Wieder einmal diese Magie!

am Tag nach der Gala
Gestern Abend las Daniel Kehlmann vor 900 Leuten im ausverkauften Schauspielhaus. Nach der Lesung beriet er sich mit Rainer Osnowski über seinen Auftritt im kommenden Jahr. Auch er jetzt ein überzeugter litcolognianer.
Weniger angenehm erschien mir die Stimmung gegenüber Walter Kempowski, der zwar einen umjubelten Auftritt hatte, im Hotel jedoch als stets mäkelnder, unfreundlicher Herr auffiel. Auf meine Nachfrage zuckten die Mitarbeiter des Festivals nur freundlich lächelnd die Schultern.

Thomas Brussig und Bestsellerautor Stefan Klein sprachen in der Moderation von Frank Plasberg über den Zufall und hinterher beim Wein über die nächsten Spiele der Schriftsteller-Nationalmannschaft, die seit einiger Zeit von Osnowski gemanagt wird.
Auch eine sichtlich gut gelaunte Elke Heidereich sah nach ihrer Lesung zu den Schiller Opern noch im Festivalcafé vorbei, trotz hoher Belastung: am kommenden Montag hat in den Räumen der Dali-Ausstellung ihre erste eigene Oper Premiere.
Und zu guter letzt warf sich Köhler noch vor Carl Weissner in den Staub, den legendären Bukowski Übersetzer. Seine Ehrfurcht vor dem kompromisslosen Mann stand ihm deutlich im Gesicht zu lesen. Meine Augen dagegen waren mehr auf die Begleiterin gerichtet. Wenn Marie Bäumer den Raum betritt, sorry liebe Leser, aber dann spielen sie für einen Augenblick lang nicht mehr die erste Geige.
Kurz bevor ich erschöpft die Lokalität verlies kam wie aus dem Nichts Bastian Sick angeschwebt, der doch eigentlich längst abgedreht ist, einer der international renommiertesten deutschen Künstler Jürgen Klauke saß plötzlich am Tisch, die italienischen Kult Autoren Stefano Benni und Gianrico Carofiglio begegneten sich, und die Schauspielerin Jessica Schwarz machte dem Festival auch noch ihre Aufwartung.
Morgen dann der vorletzte Tag.
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