Der Freiburger Verleger Dr. Hermann Herder feierte gestern Abend im stilvollen Ambiente der Buchhandlung Herder in der Wollzeile 33 in Wien mit vielen prominenten Freunden seinen 80. Geburtstag.
Zu Wien hat Hermann Herder, der das Freiburger Verlagshaus mit der über 200jähriger Tradition über viele Jahrzehnte leitete, eine ganz besondere Beziehung. Nicht nur, weil hier in der Wollzeile vor 120 Jahren die österreichische Niederlassung des Freiburger Verlagshauses gegründet wurde. „Wien ist meine zweite Heimat geworden“, bekannte er und gab seiner großen Freude Ausdruck, dass sich rund 150 Gratulanten eingefunden hatten, von denen sogar manche aus Graz und Salzburg angereist waren, um den runden Geburtstag mit ihm zu feiern.
Unter ihnen Christoph Kardinal Schönborn, der lächelnd bekannte, dass er bereits in jungen Jahren vom Virus Buch befallen wurde. Schönborn ist nicht nur mehrfacher Autor des Verlages Herder, der wie kein anderer Verlag eng mit theologischer und christlicher Literatur verbunden ist. Beiden, Schönborn und Herder, liegt die Förderung des Dialogs mit orthodoxen und orientalischen Kirchen sehr am Herzen und entsprechend engagieren sie sich in der österreichischen Stiftung „Pro Oriente“, die seinerseits vom ebenfalls befreundeten Franz Kardinal König ins Leben gerufen wurde.
Das Miteinander der Christen, das Gespräch mit dem Judentum und die Öffnung der Kirche nach außen sind die großen Themen, die Hermann Herder sowohl als Mensch als auch als Verleger zeitlebens beschäftigt haben. Dafür erhielt er auch entsprechende Ehrungen zu seinem 80. Geburtstag wie ein, von Papst Benedikt XVI. persönlich unterzeichnetes Schreiben, in dem dieser seine Verdienste würdigte und ihm herzliche Glücks- und Segenswünsche übermittelte. Weiters wurde er mit der höchsten Ehrung des Erzbistums Freiburg, der Konradsplakette ausgezeichnet.

Es zeigte sich aber auch in der langen Liste der namhaften Personen, die sich bei seiner Wiener Geburtstagsfeier in der Buchhandlung Herder als Gratulanten einstellten wie etwa Weihbischof Dr. Helmut Krätzl, Anas Shakfeh, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich der Universitätsprofessor für Judaistik, Dr. Kurt Schubert und Dr. Bernhard Dolna, Professor für jüdische Religionsphilosophie, der den Festvortrag hielt und viele andere Kirchenvertreter und Botschafter. Ebenfalls unter den Gästen waren Professor Michael Kernstock Obmann des Fachverbandes der Buch und Medienwirtschaft, C&A-Direktor Dr. Ferdinand Brenninkmeyer, Dr. Matthias Beck vom Institut für Ethik und Recht in der Medizin. Arno Kleibel vom Hauptverband des österreichischen Buchhandels, ordnete den Jubilar ganz oben in die Liste der großen Verlagspersönlichkeiten ein und überreichte ihm eine Ehrenurkunde als Anerkennung für seine Leistungen.
„Hermann Herder, ein ‚Fährmann zwischen den Ufern’, spricht die Sprachen der Mannschaft, der Passagiere und der Menschen an den Ufern. In New York, Barcelona, Rom und in vielen anderen Ländern der Welt gibt es Niederlassungen des Verlages, Wien zählt aber zu einem seiner Lieblingshäfen“, freute sich Geschäftsführer Gerhard Zach, der vor zwei Jahren die Buchhandlung Herder als Partner übernommen hat.
„Fährmann zwischen den Ufern“, so heißt auch das Buch, das sich Hermann Herder selbst zum 80. Geburtstag geschenkt hat und das einen Blick auf eine faszinierende Epoche deutscher Verlagsgeschichte wirft. Entsprechend groß war das Interesse an seiner Biografie und so saß das Geburtstagskind noch lange und signierte seine Bücher, während die anderen Gäste das Fest mit burgenländischem Wein und Schmankerln ausklingen ließen. Mezzosopranistin Michaela Selinger, Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, sorgte für die musikalische Untermalung des Abends.