Nach über vierzig Berufsjahren und viel zu kurzem Privatleben im Ruhestand verstarb am 21. Februar 2006 in Hamburg Klaus M. Mrositzki nach schwerer Krankheit im Alter von nur 61 Jahren. Der Egmont Ehapa Verlag übermittelte uns folgenden Nachruf:

„Ein Urgestein des Comic-Marktes“, wie ein führendes deutsches Fachmagazin ihn einst beschrieb, ist von uns gegangen.
Der gebürtige Brandenburger hatte das Buchhandelsmetier von der Pike auf gelernt: Bei der mittelständischen Buchhandlung Frensche und schließlich beim Barsortimenter Lingenbrink. Seine Laufbahn im Verlagswesen markierte als erste Station das Haus Hoffmann und Campe in Hamburg, wo er zuletzt das Objektmarketing der renommierten Reihe „Merian“ verantwortete. Viktor Niemann holte ihn als Marketing- und Vertriebsleiter zum damals in Reinbek beheimateten Carlsen Verlag, wo ihm von 1983 bis 1988 neben den Kinderbüchern auch die Comics ans Herz wuchsen.
Wie keinem anderen kommt Klaus M. Mrositzki im Rückblick auf die vergangenen zwanzig Jahre der Verdienst zu, den fantastischen Bildgeschichten von Tim und Struppi, Donald und Micky sowie Asterix und Obelix ein Entrée im deutschsprachigen Buchhandel geschaffen zu haben.
Dazu wechselte er 1989 zum damals noch in Stuttgart beheimateten Egmont Ehapa Verlag, mit der Mission, für das traditionell im Zeitschriftenhandel erfolgreiche Unternehmen einen eigenständigen Geschäftsbereich mit einem marktstarken Buchhandelsprogramm aufzubauen. Zwölf Jahre lang widmete sich Klaus M. Mrositzki dieser Aufgabe mit überragendem Erfolg. Unter seiner verlegerischen Führung eroberten die Comic-Alben der Ehapa Comic Collection einen erheblichen Marktanteil und er machte damit Egmont Ehapa zu einem der beiden großen Comic-Buchverlage in Deutschland. Unter seiner Leitung gediehen Klassiker wie Asterix, Lucky Luke und die populären Reihen aus dem Hause Walt Disney wie die 1992 eingeführte Barks Library.
Seine Sensibilität für das Besondere trug dem Verlag neben Markterfolg auch so manchen Preis und eine hohe Reputation ein: Kein anderes Verlagsprogramm wurde in den neunziger Jahren häufiger mit dem renommierten Max-und-Moritz-Preis der Stadt Erlangen, dem deutschen „Comic-Oscar“ ausgezeichnet. Früh erkannte Mrositzki das Potenzial der japanischen Manga und mit der Gründung der Egmont Manga & Anime Europe GmbH lieferte er einen wesentlichen Beitrag zum heutigen Siegeszug der populären japanischen Comics im deutschen Buchhandel.
Bereits im Jahre 2000 begann Klaus Mrositzki sich schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und widmete sich als Vice President Egmont Central Europe übergeordneten Projekten mit Fokus auf die Integration der deutschen Egmont Buchverlage Ehapa Comic Collection, Egmont Manga und Anime, Egmont vgs und Egmont Franz Schneider Verlag.
Nach insgesamt vierzehn Jahren erfolgreicher Tätigkeit in verantwortlichen Funktionen für die Verlagsgruppe Egmont zog sich Klaus Mrositzki im Februar 2003 ins Privatleben zurück. Mit den Worten „ich habe meine Arbeit getan“ trat ein Mann von der Comic-Bühne ab, dessen große Verdienste um dieses Unterhaltungs- und Literatursegment im deutschen Buchhandel von allen Seiten hohe Anerkennung gefunden haben.
Mit seiner verlegerischen Weitsicht, kaufmännischen Zielstrebigkeit und seiner Verlässlichkeit hat Klaus M. Mrositzki für seine Nachfolger Maßstäbe gesetzt. Sein Gerechtigkeitssinn und seine menschliche Fairness haben ihm in den von ihm geleiteten Teams wie auch bei seinen Geschäftsleitungskollegen professionellen Respekt, Zuneigung und persönliches Vertrauen verschafft.
„Klaus Mrositzki gilt als die Inkarnation des aufrechten Gangs“, schrieb die deutsche Fachpresse vor drei Jahren aus Anlass seines Rückzugs aus dem Berufsleben. Und genau so wird er seinen vielen Freunden und den beruflichen Weggefährten auch über den 21. Februar 2006 hinaus in Erinnerung bleiben, als er seinen Kampf gegen eine heimtückische Krankheit aufgeben musste.
Die Kolleginnen und Kollegen der Verlagsgruppe Egmont werden eine stets wache Erinnerung an die langen Jahre der guten Zusammenarbeit mit Klaus M. Mrositzki behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Ihr ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau Ruth, den Söhnen Stefan und Christian und seinen beiden Enkelkindern.







