Gestern ist die Dichterin Hilde Domin im Alter von 96 Jahren in Heidelberg gestorben, meldet SPIEGEL-Online.
1909 als Tochter eines jüdischen Juristen in Köln geboren, erlebte Hilde Domin die Schrecken des Hitler-Regimes; sie verließ Deutschland bereits 1932 mit ihrem späteren Mann, dem Schriftsteller Erwin Walter Palm. Über Italien und England ging sie ins Exil in die Dominikanische Republik. 14 Jahre lang, von 1940 bis 1954, lebte sie in Santo Domingo als Übersetzerin und Architekturfotografin.
Mit ihrem Debüt wurde sie schlagartig berühmt, Walter Jens lobte die „Vollkommenheit im Einfachen“ – eine virtuose Schlichtheit, die die Dichterin zu einer der klangvollsten Stimmen der lyrischen Moderne in deutscher Sprache machte.
1961 kehrte sie mit Palm zurück nach Heidelberg, ihrem ehemaligen Studienort. Noch 1999, im Alter von 90 Jahren, legte die mit Preisen, Doktorwürden und der Ehrenbürgerschaft Heidelbergs bedachte Autorin einen Lyrikband vor: „Der Baum blüht trotzdem“. In der Textsammlung, die Arbeiten aus allen Schaffensperioden umfasst, präsentierte Domin noch einmal die Mischung aus Optimismus und Lakonie, Klangmagie und Sprachökonomie.“
Ihre gesammelten Werke liegt bei S. Fischer vor.